Nach der Insolvenz der AVB Allgemeine Vermögensberatungs GmbH steht jetzt offenbar auch die Ibeka Immobilien Beteiligungs AG aus Würzburg kurz vor dem Zusammenbruch. Das Geld tausender Anleger ist in Gefahr. Ein Ex-Mitarbeiter des Unternehmens hat gegen das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem er kein Geld mehr bekommen hatte. Das Amtsgericht Würzburg setzte daraufhin Bruno Fraas als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Finanztest hatte bereits vor Jahren vor den riskanten Beteiligungen an den Aktiengesellschaften der Euro-Gruppe gewarnt. Auf der Warnliste stehen außer der Ibeka auch die Firmen Goj, Lenz, Schober, Schuster-Schreiber, Knothe, Pierenz und Bialek.

Immobilienverkauf scheiterte

Insgesamt haben rund 40 000 Anleger Geld bei der Euro-Gruppe investiert. Sie müssen jetzt um ihre Einlagen fürchten. Wie berichtet, hatte die Ibeka AG in den vergangenen Monaten vergeblich versucht, den Hotelturm des Unternehmens zu verkaufen, um wieder liquide zu werden. Der Verkauf war jedoch gescheitert. Zwar fand sich ein Käufer, aber dieser zahlte nicht. Daraufhin drohte mindestens ein Gläubiger der Ibeka mit Zwangsvollstreckung.

Unternehmen in Geldnot

Durch den Insolvenzantrag der Ibeka AG geraten auch alle anderen Einlagen in Gefahr, die Anleger an die Gesellschaften der Euro-Gruppe überwiesen haben. Die verschiedenen Gesellschaften sind eng miteinander verflochten. Nachdem die Verantwortlichen bereits im November den Vertrieb gestoppt und für den Finanzvertrieb AVB die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt haben, ist der Niedergang des Unternehmens jetzt offenbar nicht mehr aufzuhalten. Ex-Mitarbeiter des Vertriebs berichteten gegenüber Finanztest, dass das Unternehmen unter Geldnot leide. Deshalb versuche es auch, eine weitere Immobilie, das Euro-Center in Würzburg, zu verkaufen. Auch das sei jedoch bisher nicht gelungen. Die Euro-Gruppe selbst äußerte sich trotz mehrerer Anfragen von Finanztest nicht. Jürgen Spilker, Vorstand der Anlagefirmen, reagierte auf Anschreiben und Faxe nicht.

Ersatzansprüche möglich

Betroffene Anleger sollten sich unverzüglich von einem in Geldanlagefragen erfahrenen Anwalt beraten lassen. Möglicherweise lässt sich zumindest ein Teil des Geldes noch retten. In der Vergangenheit gelang es mehrfach, gegen die Euro-Gruppe Rückzahlungsansprüche wegen Falschberatung durchzusetzen. Vermittler der inzwischen insolventen AVB Allgemeine Vermögensberatung GmbH überredeten in der Vergangenheit zahlreiche Anleger, ihre Lebensversicherungs- und Bausparverträge zu kündigen, um das frei werdende Geld in eine Beteiligung bei der Euro-Gruppe zu stecken. Dazu wurden in vielen Fällen sogar ein Anwälte eingeschaltet. Im Auftrag der Anleger kündigte sie die Verträge und legten das Geld als Einmalanlage bei der Euro-Gruppe an. Das erweckte den Anschein besonderer Seriosität. Die Berater der Euro-Gruppe verschwiegen jedoch stets, dass die vorzeitigte Kündigung von Lebensversicherungs- oder Bausparverträgen meist mit empfindlichen Verlusten verbunden sind.

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