Geldanlagen 2007: Steuersparend, renditestark, sicher

Geldanlagen 2007 Test

Mit steueroptimierten Rentenfonds und Anleihen schlagen Anleger dem Fiskus ein Schnippchen. Sie müssen nur den passenden Fonds erwischen: Der Adig Adireth bringt Sicherheit, gute Rendite und Steuersparen unter einen Hut.

Steuern sparen, ohne die Sicherheit zu vernachlässigen, das ist bei der Geldanlage ein Kunststück. An riskanten Angeboten, die steuerlich günstig sind, herrscht kein Mangel, an soliden Anlagen mit steuerlichem Charme dagegen sehr.

Und doch gibt es sie: steuersparende Rentenfonds mit sehr geringem Risiko und sichere Anleihen mit ansehnlichen steuerfreien Kursgewinnen. Finanztest hat ihre Nachsteuerrenditen berechnet. Erfreuliches Fazit: Die besten Fonds schaffen den Spagat aus Sicherheit, Steuerersparnis und ordentlicher Rendite.

Für Anleger mit und ohne Steuerproblem ist von den untersuchten Fonds vor allem einer interessant: der Adig Adireth. Mit steuerfreien 3,63 Prozent pro Jahr brachte er in den vergangenen fünf Jahren eine bessere Wertentwicklung als seine Konkurrenten ohne den Abzug von Steuern. Dazu kamen steuerpflichtige Zinsen.

Anleger konnten sich je nach Steuersatz über Nachsteuerrenditen von 3,8 Prozent pro Jahr oder mehr freuen. Wir kennen keine vergleichbar sichere Anlage, die im selben Zeitraum eine ähnlich hohe Nachsteuerrendite gebracht hat.

Eine konventionelle Geldanlage mit voll steuerpflichtigen Erträgen hätte schon 5,5 Prozent Zinsen bringen müssen, auf dass ein Anleger mit einem Steuersatz von 30 Prozent damit besser gefahren wäre.

Anleger, die den Spitzensteuersatz zahlen, hätten sogar eine Anlage finden müssen, die mehr als 6,8 Prozent Rendite bringt, um den Nachsteuerertrag des Adireth zu überbieten.

Fonds mit sehr geringem Risiko

Die von uns für den Test ausgewählten Rentenfonds sind nur ein kleiner Teil des Gesamtangebots. In Deutschland sind mehrere Dutzend Rentenfonds zugelassen, die mit Steuervorteilen werben.

Wir haben bewusst darauf verzichtet, all diese Fonds zu prüfen, denn die meisten kommen für sicherheitsbetonte Anleger nicht infrage. In unserem Test sind nur Rentenfonds Euro mit sehr geringem Risiko vertreten.

Sie bieten das, was ein Normalanleger von einem Euro-Rentenfonds erwartet: Verlässlichkeit. Ihre Manager investieren vor allem in Anleihen mit kurzer Laufzeit, sodass sich die Kursschwankungen in engen Grenzen halten.

Zwischenzeitliche Verluste sind zwar selbst bei diesen Fonds nicht ausgeschlossen, aber sie blieben in der Vergangenheit deutlich unter 2 Prozent, bei den meisten Fonds sogar unter 1 Prozent.

Kursgewinne statt Zinsen

Was unterscheidet überhaupt einen normalen von einem steueroptimierten Rentenfonds? Vereinfacht ausgedrückt setzen die normalen Fonds vor allem auf die Zinseinnahmen, während sich die steueroptimierten Fonds um Wertzuwachs durch Kursgewinne bemühen.

Ein bevorzugtes Anlageinstrument sind niedrig verzinste Anleihen. Die Fondsmanager kaufen diese Papiere zu einem Kurs von weniger als 100 Prozent, erhalten aber am Ende der Laufzeit vom Emittenten 100 Prozent zurück. Daraus ergeben sich Kursgewinne, die nach Ablauf der zwölfmonatigen Spekulationsfrist steuerfrei sind.

Wenn ein Anleger den Fonds länger als ein Jahr behält und dann zu einem höheren als dem Kaufkurs verkauft, muss er auf seinen Gewinn keine Steuern zahlen. Von den zwischenzeitlichen Zinsausschüttungen des Fonds verlangt der Fiskus dagegen seinen Obolus.

Ein steueroptimierter Rentenfonds trägt diese Bezeichnung nur dann zu Recht, wenn der Löwenanteil seiner Wertentwicklung steuerfrei bleibt.

Am erfolgreichsten waren in dieser Hinsicht der MAT Medio Rent und der DWS Alpha Fonds, deren Renditen nach Steuern fast genau so hoch sind wie die Rendite vor Steuern. Ihre Wertentwicklung ist aber nicht gerade spektakulär. Mit gut 2,5 Prozent pro Jahr blieben die Fonds in den vergangenen fünf Jahren deutlich hinter dem Adig Adireth zurück.

Auch bei den anderen untersuchten Fonds ist der Zusatz steueroptimiert keine leere Floskel. Das zeigt der Direktvergleich mit normalen Euro-Rentenfonds derselben Risikokategorie. Wir haben in der Tabelle „Rentenfonds Euro“ für die volumenstärksten Fonds deutscher Anbieter die Nachsteuerrendite berechnet und keinen entdeckt, der sich zum Steuersparen eignet.

Bei mehreren Fonds – zum Beispiel UniEuroFlex und Deka Bund + S Finanz: 1-3 TF – ist die Steuerlast sogar deutlich höher als die Rendite. Das kann passieren, wenn der Fonds hohe Zinserträge erwirtschaftet und zugleich Kursverluste macht. Dann knabbern die Steuern an der Substanz und schmälern das Fondsvermögen.

Adig Adireth erfolgreich gemanagt

Der 1994 aufgelegte Adig Adireth, der so viel besser abschneidet als seine direkten Konkurrenten, verwaltet ein Vermögen von rund 600 Millionen Euro und gehört damit zu den größeren Fonds seiner Art. Seinen Erfolg verdankt er seiner aktiven Anlagepolitik.

Fondsmanager Ulrich Teutsch setzt nicht vorrangig auf Anleihen der höchsten Sicherheitskategorie, sondern auf einen „gesunden Mix“ aus Niezis (Branchenjargon für niedrigverzinste Anleihen), Genussscheinen, Fremdwährungs-, Wandel- und Unternehmensanleihen.

Das Währungsrisiko wird fast vollständig abgesichert. Sogenannte Junkbonds, das sind Anleihen mit sehr niedriger Bonität, kommen nicht in den Fonds.

Die gute Rendite der vergangenen fünf Jahre erzielte der Fonds vor allem über Unternehmensanleihen und Genussscheine. Mit Unternehmensanleihen profitierte er von der zuletzt guten Stimmung am Aktienmarkt, ohne dessen Risiko zu teilen. So überstand der Fonds die schwere Börsenkrise 2000 bis 2003 ohne nennenswerte Blessuren.

Der Adireth ist mit einem zwischenzeitlichen Verlust von bis zu 1,7 Prozent in den vergangenen fünf Jahren etwas schwankungsanfälliger als andere Spitzenfonds seiner Gruppe. Er zählt dennoch zu den Fonds mit sehr geringem Risiko.

Verluste mit Adig-Laufzeitfonds

Die Kurse von Euro-Rentenfonds anderer Risikogruppen schwanken sehr viel stärker. Wie stark, zeigt sich bei den Fonds, die in länger laufende Anleihen investieren.

Das Kursrisiko entsteht durch die Bewegungen am Zinsmarkt. Bei steigendem Zinsniveau verlieren Anleihen, die bereits in Umlauf gebracht wurden, gegenüber neuherausgegebenen, besserverzinsten Anleihen an Wert. Ihr Kurs sinkt. Aus den Kursen der Anleihen wird jeden Tag der Preis eines Fondsanteils berechnet.

Als im vergangenen Jahr der von der Europäischen Zentralbank festgesetzte Leitzins mehrmals angehoben wurde, gerieten vor allem die Fonds mit Langläuferpapieren unter Druck. Als Faustregel gilt: Eine 1-prozentige Zinserhöhung bringt bei zehnjährigen Anleihen etwa 7 Prozent Kursverlust. Ähnliche oder noch höhere Verluste hatten auch viele Rentenfonds, die in solche Papiere investieren.

Für Anleger, die es aufs Steuersparen abgesehen haben, kam es teilweise noch viel schlimmer. So gibt es steueroptimierte Fonds, die in sogenannte Nullkuponanleihen mit sehr langer Laufzeit investieren. Sie schütten gar keine Zinsen aus, sondern münzen sie voll in Kursgewinne um. Allerdings sind Anleihen dieser Art äußerst anfällig für Zinserhöhungen.

Der Adig-Laufzeitfonds 31. 12. 2031 (Isin DE 000 637 247 7) verlor im Zuge des Zinsanstiegs innerhalb eines halben Jahres fast 18 Prozent an Wert. Solche Verluste kennen Anleger von Aktien-, nicht jedoch von Rentenfonds.

Normalerweise sind Verluste bei soliden Rentenfonds nicht von Dauer. Auch der Adig-Laufzeitfonds hat den Rückschlag größtenteils wieder wettgemacht. Doch Anleger, die eine stetige Wertentwicklung zu schätzen wissen, sollten besser in Fonds mit geringerem Risiko investieren.

Planungssicherheit mit Anleihen

Absolute Verlässlichkeit kann es bei Rentenfonds allerdings nicht geben. Selbst bei den Fonds mit sehr geringem Risiko weiß der Anleger nicht genau, wie viel seine Anteile in zwei, fünf oder zehn Jahren wert sein werden.

Die von Finanztest berechneten Renditen sind Vergangenheitswerte. Sie bieten ein Indiz für die künftige Entwicklung, denn viel niedriger als in den zurückliegenden Jahren kann das Zinsniveau kaum noch sein. Aber ob ein Fonds auf mittlere Sicht 3, 4 oder 5 Prozent pro Jahr bringt, lässt sich heute nicht sagen.

Wer seine Vermögensentwicklung minutiös planen möchte, setzt besser auf einzelne Anleihen, denn bei denen ist klar, wie viel sie bis zum Tage ihrer Fälligkeit bringen werden. Selbst wenn es zwischenzeitlich herbe Kursverluste gibt, weiß der Anleger, dass er den vollen Einsatz zurückbekommen wird. Das gilt freilich nur für Anleihen oder Pfandbriefe höchster Güte. Sie stammen von Emittenten, die zuverlässig zahlen.

Bundesanleihen und Pfandbriefe

In der Tabelle oben präsentieren wir Bundesanleihen und Jumbo-Pfandbriefe, die für Steuersparer interessant sind. Wir haben uns auf Papiere konzentriert, die an der Börse rege gehandelt werden. Der Anleger hat die Möglichkeit, jederzeit zu einem fairen Preis zu verkaufen, wenn er doch vorzeitig Geld benötigt.

Wer statt der aufgeführten oder anderer bereits umlaufender Niedrigzinsanleihen eine Neuemission kaufen möchte, muss auf die Höhe des Kursabschlags in der Emissionsphase achten. Das Finanzministerium lässt nur Abschläge bis zu einer bestimmten Höhe gelten. Wie hoch der Abschlag sein darf, hängt von der Laufzeit ab.

Bei einer Laufzeit von acht bis unter zehn Jahren wäre ein 5-prozentiger Abschlag in Ordnung. Bei einer Notierung von 94 Prozent oder darunter würde die Anleihe für den Anleger zum Bumerang. Dann müsste er die Erträge voll versteuern und sich neue Kunststücke zum Steuersparen einfallen lassen.

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