Geldanlagen 2007 Test

Sterne für Anleger: Sie sind selten, aber es gibt sie. Sichere Geldanlagen, deren Erträge zum großen Teil steuerfrei sind. Mit ihnen sind nach Abzug der Steuern 3 bis fast 4 Prozent pro Jahr drin.

Die Regierung hat den Sparerfreibetrag fast halbiert. Finanztest zeigt, wie Anleger eine Besteuerung ihrer Zinsen weitgehend umgehen.

Der Sparerfreibetrag sinkt ab 2007 wieder einmal. Anleger dürfen nur noch Kapitalerträge in Höhe von 801 Euro steuerfrei kassieren, Ehepaare das Doppelte.

Wie leicht sie nun in die Steuerfalle tappen können, zeigt ein Beispiel: Legt ein nicht verheirateter Sparer 26 700 Euro zu 3 Prozent pro Jahr an, hat er seinen Freibetrag bereits ausgeschöpft. Ist sein Vermögen höher, möchte der Fiskus einen Teil seiner Kapitaleinkünfte haben: Die Zinsen oberhalb des Freibetrags muss der Anleger mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern.

Diesen Zugriff des Finanzamts müssen sich Anleger aber nicht gefallen lassen. Zwei Lösungen bieten sich an: Alle Sparer können verstärkt in Anlageprodukte investieren, die Zinserträge in Kursgewinne verwandeln, aber trotzdem sicher sind. Wir haben die Papiere getestet.

Ältere Sparer haben wenige Jahre vor der Rente eine weitere Möglichkeit. Sie können Zinseinkünfte ins Rentenalter verschieben. Dann haben die meisten einen niedrigeren Steuersatz als im Berufsleben.

Lösung Nummer 1

Für alle sicherheitsorientierten Anleger bieten sich steueroptimierte Rentenfonds und niedrigverzinste Anleihen an. Beide schütten wenig Zinsen aus und machen stattdessen Kursgewinne. Die kann der Sparer steuerfrei kassieren, wenn er die Wertpapiere frühestens zwölf Monate nach dem Kauf verkauft.

Finanztest hat Anlageprodukte getestet, die dem Anleger kein oder nur ein sehr geringes Risiko bringen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es gibt nicht viele, aber dafür ziemlich gute Angebote, die sich zum Steuersparen eignen.

Am besten schnitt der Rentenfonds Adig Adireth ab. Anlegern mit 30 Prozent Steuersatz bescherte er im fünfjährigen Untersuchungszeitraum eine Nachsteuerrendite von 3,84 Prozent pro Jahr.

Der Fonds zählt zu den Rentenfonds Euro mit sehr geringem Risiko. Doch wer von Sparbriefen auf steueroptimierte Rentenfonds umsatteln will, sollte wissen, dass die Rendite der Vergangenheit für die Zukunft nicht garantiert ist. Außerdem ist der Fonds zwischendurch sogar einmal für acht Monate unter den zuvor erreichten Wert zurückgefallen.

Anleger, die solche Phasen nicht aussitzen wollen, sind mit niedrigverzinsten Anleihen besser bedient. Auch hier können sie steuerfreie Kursgewinne mitnehmen. Wenn sie die Papiere bis zur Fälligkeit halten, gehen sie kein Risiko ein. Sie kennen genau das Datum der Rückzahlung und die Rendite. Anleger mit 30 Prozent Steuersatz können bei Anleihen mit einer Restlaufzeit von knapp zwei Jahren zurzeit mit einer Nachsteuerrendite zwischen 2,75 und 2,92 Prozent pro Jahr rechnen. Das ist deutlich mehr, als mit den meisten Sparangeboten der Banken nach Steuern drin ist. Nur wenn Sparer beim Spitzenreiter für Festgeld, der niederländischen Finansbank, genauso lange anlegen, können sie trotz Steuer ähnlich viel erzielen: Wer 30 Prozent Steuern zahlt und dort für zwei Jahre sein Geld zum Zinssatz von 4,10 Prozent pro Jahr festlegt, hat eine Nachsteuerrendite von 2,87 Prozent pro Jahr.

Lösung Nummer 2

Für ältere Anleger, die Zinseinkünfte ein paar Jahre verschieben wollen, eignen sich Bundesschatzbriefe Typ B und Zerobonds.

Schatzbriefe haben eine Laufzeit von sieben Jahren. Ihre Rendite (Stand 29. November 2006) liegt bei 3,71 Prozent pro Jahr. Sparer können sie über ihre Bank oder direkt bei der Deutschen Finanzagentur kaufen und dort auch kostenlos lagern. Informationen gibt es unter www.deutsche-finanzagentur.de oder unter der Telefonnummer 0 800/2 22 55 10.

Zerobonds mit guter Bonität haben oft eine längere Laufzeit als Bundesschatzbriefe. Sie unterliegen starken Kursschwankungen. Werden sie aber bis zur Fälligkeit gehalten, gehen Anleger mit ihnen kein Risiko ein. Im Gegensatz zu Bundesschatzbriefen benötigen Anleger für Zerobonds ein meist kostenpflichtiges Depot bei ihrer Bank. Steuerfreie Kursgewinne können Anleger auch mit Aktien und Aktienfonds erzielen, wenn sie diese frühestens nach zwölf Monaten verkaufen. Dividenden sind nur zur Hälfte steuerpflichtig. Niemand sollte sich aber hinreißen lassen, in Finanzprodukte zu investieren, die nicht zu seiner Risikoneigung passen, nur um Steuern zu sparen.

Zurzeit werden Anlegern zum Beispiel gerne geschlossene Schiffsfonds oder geschlossene Fonds, die in ausländische Immobilen investieren, angeboten. Sie sind jedoch eine riskante unternehmerische Beteiligung und keine Alternative zu Sparbriefen oder Festgeldanlagen.

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