Steueroptimiert und sicher anlegen: Mehr steuerfrei

Geldanlagen 2007 Test

Kinder und Rentner können Zinsen weit oberhalb des Sparerfreibetrags steuerfrei kassieren. Wenn Eltern sich an die Regeln halten, vermeiden sie Stress mit dem Finanzamt.

Rentner und Kinder haben es gut. Viele von ihnen können trotz der Kappung des Sparerfreibetrags weiterhin hohe Zinsen steuerfrei kassieren.

Ihnen steht der steuerfreie Grundbetrag von 7 664 Euro zu (verheirateten Rentnern 15 328 Euro) sowie eine Sonderausgabenpauschale, ein Sparerfreibetrag und eine Werbungskostenpauschale. Das sind zusammen 8 501 Euro. Für Kinder ist die Grenze meist kein Problem. Auch viele Rentner liegen darunter, weil nur ein Teil der Rente für die Steuer zählt (siehe Steuern im Alter).

Wer steuerpflichtige Einkünfte unter 8 501 Euro hat, kann beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen – NV 1A genannt. Sie bestätigt, dass die Einnahmen unter der Grenze liegen und keine Steuerpflicht vorliegt. Im Antrag sind bereits alle voraussichtlichen Einkünfte für das Jahr anzugeben, in dem sie gelten soll. Das Finanzamt stellt die Bescheinigung für bis zu drei Jahre aus.

Legen Rentner oder Eltern für ihre Kinder diese Bescheinigung im Original bei der Bank vor, zahlt sie ihnen die Zinsen steuerfrei aus, auch wenn der Sparerfreibetrag schon überschritten ist.

Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder den steuerfreien Betrag von 8 501 Euro nicht voll ausschöpfen: Denn wenn die Gesamteinkünfte eines Kindes über 5 001 Euro im Jahr liegen, ist es nicht mehr beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert (siehe Sparerfreibetrag). Damit die Kinder von steuerfreien Kapitaleinkünften in dieser Höhe profitieren können, müssen die Eltern einiges beachten.

Eltern verschenken ihr Geld

Die Eltern müssen das Geld auf ihre Kinder übertragen und es in ihrem Namen anlegen. Sie müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass das Kapital den Kindern dann auch gehört.

Juristisch betrachtet handelt es sich um eine Schenkung. Sind die Kinder älter als 18 Jahre, können sie über das Geld frei verfügen. Bevor sie volljährig sind, dürfen die Eltern das Geld nur im Rahmen der elterlichen Fürsorgepflicht und nicht für eigene Anschaffungen verwenden. Was das bedeutet, hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil klargestellt (Az. VIII R 19/98). Die Eltern müssen das Geld ihrer Kinder „auf Dauer wie fremdes Vermögen verwalten“. Es ist durchaus erlaubt, teure Ausgaben für das Kind, etwa ein Musikinstrument oder eine Sprachreise, vom Geld der Kinder zu bezahlen. Für den laufenden Unterhalt wie Miete oder Essen darf es aber nicht verwendet werden.

Damit es keine Probleme mit dem Fiskus gibt, sollten die Eltern einige Formalitäten beachten: Das Konto muss auf den Namen des Kindes eröffnet werden.

Im Eröffnungsantrag sollten die Eltern in der Spalte „verfügungsberechtigt“ neben ihrem Namen den Zusatz eintragen: „Die Verfügungsgewalt beschränkt sich auf das elterliche Sorgerecht“ (BFH, Az. VIII R 170/83). Außerdem sollten sie darauf achten, dass die vom Konto der Kinder abgehobene Summe und der Preis der Anschaffung annähernd übereinstimmen. Sonst unterstellt der Fiskus, dass es keine Trennung zwischen dem Vermögen der Eltern und dem des Kindes gibt, und rechnet die Zinseinkünfte den Eltern zu. Sie müssten die Zinsen dann versteuern.

Die Anschaffung für das Kind und das Abheben des Gelds sollten außerdem zeitlich nah beieinander liegen. Es empfiehlt sich, die Quittungen aufzuheben.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1824 Nutzer finden das hilfreich.