So viel geht an das Finanzamt

Bei Kapitalanlagen möchte der Fiskus mitverdienen. Wie viel ihm zusteht, hängt vom Anlageprodukt ab.
Zinserträge belasten den Sparerfreibetrag im Gegensatz zu Dividenden voll.

Kapitalanlage

Besteuerung der laufenden Erträge

Besteuerung am Ende der Laufzeit oder beim Verkauf

Finanztest-
Einschätzung

Sparanlage mit festen Zinsen
wie Festgeld oder Bausparvertrag

Die Zinsen belasten den Sparerfreibetrag. Ist er ausgeschöpft, werden 30 Prozent der Zinsen direkt von der Bank an das Finanzamt abgeführt (Zinsabschlagsteuer). Die vorab gezahlte Steuer wird später in der Steuererklärung verrechnet. Anleger, deren persönlicher Steuersatz höher als die Zinsabschlagsteuer ist, ­zahlen nach.

Die Kapitalrückzahlung löst keine Steuerpflicht aus.

Sichere Geldanlage. Keine Möglichkeiten, Steuern zu sparen.

Bundesanleihen, Pfandbriefe, Rentenfonds

Wie oben.

Kursgewinne beim Verkauf (Veräußerungsgewinne) sind steuerfrei, wenn die Papiere mindestens zwölf Monate im Depot lagen. Verluste aus einem Verkauf vor Ablauf der Frist können mit steuerpflichtigen Gewinnen verrechnet werden.

Sichere Geldanlage. Steuergünstige Varianten erhältlich.

Aktien,
Aktienfonds

Die Hälfte der Dividendenzahlungen von inländischen Unternehmen ist steuerfrei, sie müssen aber in voller Höhe in der Steuererklärung angegeben werden. Die andere Hälfte belastet den Sparerfreibetrag. Ist er ausgeschöpft oder hat der Anleger keinen Freistellungsauftag erteilt, führt die depotführende Stelle 20 Prozent Kapitalertragsteuer an das Finanzamt ab. Die vorab gezahlte Steuer wird später in der Steuererklärung verrechnet.
Ausländische Fonds, die ihre Erträge nicht ausschütten, sondern wieder anlegen (thesaurierende Fonds), haben eine Besonderheit: Grundsätzlich muss der Anleger seine Erträge jedes Jahr versteuern. Aber erst beim Anteilsverkauf berechnet die inländische Bank 30 Prozent Zinsabschlagsteuer auf sämtliche aufgelaufenen ­Erträge. In der Steuererklärung des Verkaufsjahres weist der Anleger dann nach, dass er die Erträge für die Jahre davor bereits versteuert hat.

Veräußerungsgewinne siehe Bundesanleihen. ­Erzielen Anleger Veräußerungsgewinne von mehr als 511 Euro in der Spekulationsfrist, werden sie bei Aktien nur zur Hälfte steuerpflichtig. Der ­Gewinn aus dem Verkauf eines Aktienfonds in den ersten zwölf Monaten nach dem Kauf ist ­dagegen in voller Höhe steuerpflichtig.

Unterliegen Kursschwankungen. Wer bisher sicher angelegt hat, sollte sich eine Investition gut überlegen.

Offene Immobilienfonds

Miet- und Zinserträge belasten den Sparerfreibetrag. Ist er ausgeschöpft, werden 30 Prozent dieser Erträge von der Bank an das Finanzamt abgeführt (Zinsabschlagsteuer). Die vorab gezahlte Steuer wird in der Steuererklärung verrechnet.
Nicht versteuert werden müssen die Teile der Ausschüttung, die aus Immobilienverkäufen des Fonds stammen, bei denen zwischen Kauf und Verkauf mindestens 10 Jahre lagen.
Fonds, die auch in ausländische Immobilien investieren, versteuern diese Gewinne im Ausland. Das kann Anlegern aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens Vorteile bringen.

Veräußerungsgewinne siehe Bundesanleihen.

In der Vergangenheit sichere Geldanlage. ­Einige Fonds bieten hohe steuerfreie Ausschüttungen.

Private Rentenversicherung

Keine laufenden Erträge zu versteuern.

Bei Auszahlung als lebenslange Rente ist nur ein geringer Ertragsanteil der Rente steuerpflichtig. Seine Höhe hängt vom Alter des Sparers bei Rentenbeginn ab. Fließt die erste Rente mit 65, sind 18 Prozent steuerpflichtig. Der Anteil wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Sichere Anlage, aber unflexibel mit langer Laufzeit. Interessant für Anleger mit hohem Steuersatz im Alter.

Lebensversicherung

Keine laufenden Erträge zu versteuern.

Vertragsabschlüsse nach dem 31. Dezember 2004: Ist der Anleger bei Auszahlung älter als 60 Jahre und hatte sein Vertrag eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren, ist die Hälfte der Differenz ­zwischen Auszahlung und den eingezahlten Beiträgen steuerfrei. Der Rest wird mit dem persön­lichen Steuersatz besteuert.

Sichere Anlage, aber unflexibel mit langer Laufzeit. Steuerliche Vorteile für die Altersvorsorge.

Zertifikate ­ohne Garantie

Sofern Zinsen anfallen, sind sie oberhalb des Freibetrags steuerpflichtig. Ansonsten keine laufenden Erträge zu versteuern.

Veräußerungsgewinne siehe Bundesanleihen.

Wie Aktien.

Zertifikate mit Garantie
(die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals ist ganz oder teilweise garantiert)

Sofern Zinsen anfallen, sind sie oberhalb des Freibetrags steuerpflichtig. Ansonsten keine laufenden Erträge zu versteuern.

Garantiezertifikate gelten als Finanzinnovation. Gewinne beim Verkauf sind immer – auch nach Ablauf der zwölfmonatigen Spekulationsfrist – voll steuerpflichtig. Die Differenz zwischen den Verkaufserlösen und den Anschaffungskosten wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Aus rein steuerlicher Sicht unattraktiv.