Geldanlagen 2007 Test

Sterne für Anleger: Sie sind selten, aber es gibt sie. Sichere Geldanlagen, deren Erträge zum großen Teil steuerfrei sind. Mit ihnen sind nach Abzug der Steuern 3 bis fast 4 Prozent pro Jahr drin.

Der Sparerfreibetrag wird in den nächsten Jahren drastisch gekürzt. Als empfehlenswerte Geldanlagen für das nächste Jahr rücken daher Produkte ins Blickfeld, die als Witwen- und Waisenpapiere gelten. Es sind die steueroptimierten Euro-Rentenfonds, niedrigverzinste Bundesanleihen und Jumbo-Pfandbriefe. Dem sicherheitsorientieren Anleger bieten sie Verlässlichkeit, weil sie mit keinem oder nur sehr geringem Risiko behaftet sind. Von den steueroptimierten Rentenfonds hat Finanztest die sichersten ausgewählt und unter die Lupe genommen. Am besten schnitt der Adig Adireth ab. Im fünfjährigen Untersuchungszeitraum hat er die höchste Rendite nach Steuern erzielt.

Gewinnorientiert und fast ohne Risiko

Anleger mit einem Steuersatz von 30 Prozent erfreute der Adig Adireth in den vergangenen fünf Jahren mit einer Rendite nach Steuern von 3,84 Prozent pro Jahr. Es ist keine vergleichbar sichere Anlage bekannt, deren Nachsteuerrendite im selben Zeitraum auf ähnlich hohem Niveau lag. Die unversteuerte Rendite einer anderen – ebenso sicheren – Geldanlage hätte schon 5,5 Prozent betragen müssen, um dieses Ergebnis zu übertreffen. Hätte derselbe Sparer sein Geld in den zweitplatzierten Euro-Rentenfonds, den MAT Medio Rent, investiert, müsste er sich mit einer Nachsteuerrendite von jährlich nur 2,52 Prozent begnügen. Die berechneten Renditen sind allerdings Vergangenheit. Absolute Verlässlichkeit gibt es auch bei Rentenfonds nicht. Selbst bei Fonds mit sehr geringem Risiko weiß der Anleger nicht genau, wie viel seine Anteile in zwei, fünf oder zehn Jahren wert sein werden.

Anleihen sind totsicher

Wem es lieber ist, seine Vermögensentwicklung über Jahre hinweg minutiös zu planen, investiert besser in einzelne Niedrigzinsanleihen. Bei ihnen ist klar, wie viel sie bis zum Tag ihrer Fälligkeit bringen werden. Selbst wenn es zwischenzeitlich herbe Kursverluste gibt, weiß der Anleger, dass er den vollen Einsatz zurückbekommen wird. Das gilt freilich nur für Wertpapiere von Emittenten, die zuverlässig zahlen. Darunter fallen Bundesanleihen und -obligationen sowie Jumbo-Pfandbriefe von Landesbanken und ausgewählten Hypothekenbanken, die unter komplett + interaktiv zu finden sind. Alle dort aufgeführten Papiere werden rege an der Börse gehandelt. Damit hat der Anleger die Möglichkeit, jederzeit zu einem fairen Preis zu verkaufen, wenn er vorzeitig Bares braucht.

Gewinne steuerfrei kassieren

Die steigende Attraktivität verdanken steueroptimierte Rentenfonds und niedrigverzinste Anleihen dem ab 2007 abgesenkten Sparerfreibetrag. Diese Freistellungsgrenze von der Zinsbesteuerung wird für Sparer ab Januar nahezu halbiert. Ledige dürfen dann pro Jahr nur noch 801 Euro steuerfrei kassieren. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag. Alle Zinseinnahmen, die darüber liegen, müssen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Ein unverheirateter Sparer hat seinen Freibetrag dann bereits ausgeschöpft, wenn er 26 700 Euro zu 3 Prozent pro Jahr anlegt. Deshalb ist es für den Sparer ab kommendem Jahr zwingend, sich die Rendite eine Anlageprodukts nach Steuern genau anzuschauen. Die von den Testern ausgewählten Rentenfonds und Anleihen schütten kaum Zinsen aus und erzielen ihre Erträge hauptsächlich aus Kursgewinnen. Die kann der Sparer steuerfrei kassieren, wenn er die Wertpapiere frühestens zwölf Monate nach dem Kauf wieder verkauft.

Zinseinkünfte in die Rentenzeit verschieben

Für ältere Sparer kurz vor der Rente gibt es noch einen weiteren Ausweg, der drohenden Steuer zu entkommen. Sie können Zinseinkünfte ins Rentenalter verschieben. Dann haben die meisten einen niedrigeren Steuersatz als im Berufsleben. Für diese Strategie eignen sich Bundesschatzbriefe Typ B und Zerobonds. Die Laufzeit der Schatzbriefe beträgt sieben Jahre. Ihre Rendite liegt seit 1. Dezember bei 3,64 Prozent pro Jahr, wenn der Anleger sie sieben Jahre lang hält. Sparer können sie über ihre Bank oder direkt bei der Deutschen Finanzagentur kaufen und dort auch kostenlos lagern. Zerobonds mit guter Bonität haben oft eine längere Laufzeit. Sie unterliegen starken Kursschwankungen. Werden sie aber bis zur Fälligkeit gehalten, gehen Anleger mit ihnen kein Risiko ein. Im Gegensatz zu Bundesschatzbriefen benötigen Anleger für Zerobonds ein meist kostenpflichtiges Depot bei ihrer Bank.

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