Geld­anlage zu Renten­beginn: Entnahme­strategien

Geld­anlage zu Renten­beginn Test

Selbst bei insgesamt schlechtem Börsen­verlauf ließen sich in den vergangenen vier Jahr­zehnten mit Fonds-Entnahme­plänen ordentliche Renditen erzielen. ­Finanztest hat berechnet, welche durch­schnitt­lichen jähr­lichen Renditen sich für unterschiedliche Pläne in der Vergangenheit ergeben hätten. Dazu haben wir alle Entnahmen und ein eventuelles Guthaben am Ende der Lauf­zeit berück­sichtigt.

Alle Entnahme­pläne haben mehr aus dem Kapital gemacht als eine Einmal­anlage ohne Entnahme. Bei 10-jähriger Entnahme­dauer gab es nur im ungüns­tigsten Fall einen kleinen Verlust. Ein auf 20 Jahre angelegter Entnahme­plan hätte dagegen stets gute Erträge gebracht – meist deutlich über 10 Prozent pro Jahr.

Finanztest hat für seine Analyse die Entwick­lung des Aktien­indexes MSCI Europa zwischen dem 31. Dezember 1969 und dem 30. September 2010 heran­gezogen. Für die 10- und 20-Jahres­perioden mit der besten und schlechtesten Wert­entwick­lung wurde berechnet, welche Renditen in dieser Zeit mit den Entnahme­strategien möglich gewesen wären.

Strategie 1: Der Anleger entnimmt jeden Monat den Betrag, der sich ergibt, wenn er den Rest­betrag durch die Anzahl der verbliebenen Monate teilt. Beispiel: Ein Guthaben von 60 000 Euro ergäbe bei einer Lauf­zeit von 20 Jahren im ersten Monat eine Rate von 250 Euro. Angenommen, das Fonds­vermögen vermehrt sich bis zum nächsten Monat um 2 Prozent, würde die zweite Rate bei 60 945 ­Euro geteilt durch 239 Monate liegen, also 255 Euro betragen.

Strategie 2: Auch hier bestimmt der Anleger die Entnahme, indem er jeden ­Monat das Guthaben durch die Rest­lauf­zeit in Monaten teilt. Zusätzlich zieht er ­jeden Euro, der über den Ursprungs­betrag hinaus­geht ab. Die erste Rate läge also auch hier bei 250 Euro, die zweite aber bei 945 Euro.

Strategie 3: Der monatliche Entnahme­betrag ist mindestens so hoch wie das Rest­guthaben geteilt durch die verbliebene Lauf­zeit in Monaten. Zusätzlich entnimmt der Anleger alle Beträge, die über den Ursprungs­betrag abzüglich aller bisherigen Entnahmen hinaus­gehen. In unserem Beispiel ist die erste Rate mit 250 Euro unver­ändert. Die zweite ergibt sich, indem der Anleger vom vorhandenen Vermögen (60 945 Euro) den um die erste Entnahme (250 Euro) verminderten Ursprungs­betrag, also 59 750 Euro abzieht. Er könnte somit 1 195 Euro entnehmen.

Bei Strategien 1 bis 3 ist das Kapital am Ende der Lauf­zeit verbraucht.

Strategie 4: Hier ist das Ziel, das Kapital möglichst nicht anzu­tasten. Nur der ­Zuwachs gegen­über der angelegten Summe wird jeden Monat entnommen. Im ersten Monat würde der Anleger kein Geld abziehen, im zweiten Monat den zwei­prozentigen Wert­zuwachs des Fonds in Höhe von 1 200 Euro.

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