Frauen und Männer: Wer soll sich wie absichern?

Wenn Frauen bei privaten Versicherern eine Sofortrente kaufen, bekommen sie wegen ihrer höheren Lebens­erwartung für eine gleich hohe Einzahlung weniger monatliche Rente als Männer. Tragen sie ihr Geld zur Bank, bekommen sie dafür die gleiche Gegen­leistung wie Männer.

Trotzdem kann eine Sofortrente für eine Frau richtig sein. Zum einen rechnet sie sich, wenn die Frau wirk­lich sehr alt wird. Zum anderen brauchen Frauen eine Sicherheit, wenn sie ihre Lebens­haltungs­kosten noch nicht aus anderen sicheren Einkommens­quellen decken können – genauso wie Männer.

Falsch wäre es, wenn ein Ehepaar nur eine Rente für den Mann kauft, weil dessen Renten­zusage höher ist. Stirbt der Mann vor der Frau, enden die Zahlungen – spätestens nach dem Ablauf einer vereinbarten Garan­tiezeit. Der Witwe fehlen sie dann.

Partner absichern

Ein Ehepaar könnte sich absichern, indem beide beispiels­weise jeweils 30 000 Euro in eine Renten­versicherung investieren. Jeder Partner sollte nach dem Tod des anderen dann allerdings mit seiner Rente allein auskommen können.

Eine Alternative ist eine „Part­nerpolice“. Hier endet die Rente erst nach dem Tod beider Partner. Eine Part­nerrente ist im Schnitt um 15 Prozent nied­riger als die Summe aus zwei Renten für ein Ehepaar. Dafür bleibt die Absicherung nach dem Tod eines Part­ners unver­ändert.

Mit gewinn­bringender Geld­anlage hat das erst einmal nichts zu tun. Schon ein Einzel­vertrag über eine Sofortrente „lohnt“ sich nur für Menschen, die sehr alt werden. Erst mit knapp 90 Jahren hat ein heute 65-jähriger Mann bei einem guten Anbieter garan­tiert so viel Geld heraus­bekommen, wie er einge­zahlt hat. Und auch das gilt nur, wenn er auf Hinterbliebenen­leistungen wie eine Renten­garan­tiezeit oder eine Beitrags­rück­gewähr verzichtet.

Erst spät lässt sich also von einer Verzinsung der Einzahlung reden. Doch natürlich können Über­schüsse einiges ausgleichen. Dadurch wird aus dem Minus schon früher ein Plus.

Und ab dann geht es aufwärts. Wer irgend­wann richtig alt ist, kann sicher sein: Diese Investition hat sich für ihn gelohnt. Bei einer Part­nerrente müsste jedoch wenigs­tens einer der beiden Versicherten deutlich über 90 Jahre alt werden, besser aber 100 und älter.

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