Wer zu Renten­beginn über eine größere Geldsumme verfügt, sollte sich Gedanken über eine geeignete Anlage machen. So kann etwa eine Sofortrente helfen, wenn auf Dauer Einkommen fehlt. Wer dagegen keine Geld­sorgen hat, kann das Vermögen mit Aktienfonds wachsen lassen. Finanztest zeigt, welche Möglich­keiten Senioren haben.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Sofortrente.

Persönliche Bilanz

Vor der Geld­anlage kommt die Bilanz: Ruhe­ständler sollten zunächst ermitteln, wie viel Geld sie benötigen. Dazu gehören vor allem auch die Fixkosten für das tägliche Leben wie Miete, Betriebs­kosten für das Eigenheim, Ausgaben für Strom, Telefon, Essen, Gesundheit, Auto oder Annehmlich­keiten wie Kino, Theater und Urlaub. Auch Einnahmen gehören in die Bilanz: eine Zahlung aus einer ablaufenden Lebens­versicherung, ein geerbtes Vermögen, Geld aus dem Verkauf einer Immobilie oder ein über Jahre angespartes Vermögen. Finanztest nennt wesentliche Punkte, die in die Bilanz gehören:

  • Wie steht es um die eigene Alters­versorgung?
  • Welche Einkünfte sind sicher und in welcher Höhe?
  • Wie werden sich die Einkünfte entwickeln?
  • Wie viel geht für Steuern und Sozial­abgaben ab?
  • Wie viel wird für die täglichen Fixkosten benötigt?
  • Plant jemand nur für sich, oder müssen auch Partner, Kinder, Enkel mit dem Geld abge­sichert werden?

Risiko abschätzen

Vom Ergebnis der Bilanz hängt ab, ob eine Sofortrente, Fest­zins­sparen mit Auszahl­plan oder ein Fonds­invest­ment mit Entnahme der bessere Weg ist. Ob und wie viel Risiko sich Senioren bei ihrer Geld­anlage leisten können, hängt vor allem von ihrer finanziellen Situation und den Familien­verhält­nissen ab. Wer zum Beispiel jeden Tag Erspartes einsetzen muss, kann sich im Ruhe­stand kein Risiko bei der Geld­anlage erlauben. Das gilt auch, wenn Rentner möglichst viel vererben möchten, um Angehörige abzu­sichern. Ruhe­ständler, die ihren täglichen finanziellen Bedarf voll­ständig aus anderen Quellen abdecken, können ein höheres Risiko bei der Geld­anlage eingehen.

Sofortrenten

Eine Sofortrente beginnt unmittel­bar, nachdem Rentner einen Einmalbetrag an einen Versicherer über­wiesen haben. Wie bei jeder anderen klassischen privaten Renten­versicherung besteht die ausgezahlte Leistung aus einem garan­tierten Teil und einem unsicheren Teil aus Über­schüssen. Wer seine Fixkosten nicht aus anderen lebens­langen Einkünften decken kann, hat kaum eine Alternative zur Sofortrente. Nur hier ist eine lebens­lange Zahlung sicher. Für Erben bleibt aber nichts, es sei denn, der Kunde vereinbart extra Todes­fall­leistungen. Frauen bekommen weniger private Rente als Männer, weil ihre Lebens­erwartung statistisch betrachtet rund vier Jahre höher ist. Senioren sollten nicht wahl­los zugreifen, sondern Angebote der Versicherer gründlich miteinander vergleichen. Für die gleiche Anlagesumme zahlen Anbieter unterschiedlich viel aus. Das liegt an den Kosten, die Versicherer für sich ansetzen - vor allem für Vertrieb und Abschluss. Diese ziehen die Versicherer von der Anlagesumme ab. Der verbleibende Anteil vom Betrag, der über­haupt angelegt und verzinst wird, ist dadurch je nach Anbieter verschieden groß.

Bank­auszahl­pläne

Bei Bank­auszahl­plänen legen Kunden einmalig Geld zu einem festen Zins­satz für eine bestimmte Lauf­zeit bei der Bank an. Diese über­weist daraus regel­mäßig feste Raten bis das Geld am Ende der Lauf­zeit aufgebraucht ist. Wegen der aktuell nied­rigen Zinsen sollte das Geld aber nicht zu lang­fristig fest­gelegt werden. Bank­auszahl­pläne sind zum Beispiel geeignet, um finanzielle Engpässe aufgrund von Alters­teil­zeit bis zum Renten­beginn zu über­brücken. Die Tabelle zeigt, mit welchen monatlichen Summen Senioren bei unterschiedlichen Zins­sätzen rechnen können. Sie müssen aber beachten: Im Vergleich zur Sofortrente gibt es bei Bank­auszahl­plänen keine Möglich­keit, die Auszahlungen durch Über­schüsse zu steigern. Ebenso werden 25 Prozent Abgeltung­steuer fällig, wenn Anleger ihren Sparerpausch­betrag bereits ausgeschöpft haben.

Entnahme­plan mit Aktienfonds

Eine weitere Anlage­möglich­keit sind Entnahme­pläne aus Aktienfonds. Dafür eignen sich allerdings nur breit aufgestellte Fonds - vor allem Indexfonds Welt und Europa, aber auch aktiv gemanagte Fonds, die breit streuen. Der Anla­gehorizont sollte mindestens zehn Jahre betragen. Neben der höheren Gewinn­chance ist die große Flexibilität von Vorteil: Anleger können die Höhe der Auszahlraten und deren Intervalle selbst fest­legen. Die Beträge sollten sich an der Börsen­entwick­lung orientieren. Nach deutlichen Kurs­steigerungen können hohe Beträge abge­bucht werden, nach einem Kurs­rutsch nied­rige Summen oder gar nichts. Allerdings sollten nur wohl­habende und bereits gut abge­sicherte Senioren auf dem Aktienmarkt investieren. Denn niemand weiß, wie sich die Kurse künftig entwickeln. Wer nach einem Börsencrash keine Zeit hat, turbulente Zeiten auszusitzen und seine Fonds­anteile verkaufen muss, macht Verluste.
Tipp: Finanztest zeigt den Weg zum optimalen Depot.

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