Was die Aktien­kurse treibt: Fallende Zinsen sind gut für Aktien

Aktienmärkte scheinen unbe­rechen­bar. Dabei gibt es einige wichtige Einflüsse. Der Wert der Aktien hängt nicht nur von fundamen­talen Faktoren wie der Zins­entwick­lung oder dem Wirt­schafts­wachs­tum ab, sondern auch von der Börsen­stimmung.

Eine Methode, mit der sich der faire Wert von Aktien oder einem Aktien­index wie dem Dax abschätzen lässt, ist das Dividenden­wachs­tums­modell. Die Idee dahinter: Man sollte nur so viel für Aktien bezahlen, wie man künftig an Dividenden herein­bekommt.

Den Wert der künftigen Dividenden zinst man auf den heutigen Tag ab. Je nied­riger der Zins, desto mehr sind die Dividenden heute wert. Ein höheres Wirt­schafts­wachs­tum erhöht die künftigen Dividenden und damit auch den heutigen fairen Preis.

Die Stimmung wiederum spiegelt sich in der Risiko­prämie wider. Anleger sind nur dann bereit, das Risiko eines Aktien­investments einzugehen, wenn sie mit einer entsprechenden Risiko­prämie entlohnt werden. Je höher die Risiko­prämie, desto geringer ist der aktuelle faire Wert der Aktien.

Was der Dax alles könnte

Unten zeigen wir, wie sich der Stand des Dax von 9 600 Punkten verändern könnte, wenn sich jeweils nur ein Einfluss­faktor ändern würde. Angenommen, der faire Wert des Dax läge bei 9 600 Punkten und die Zinsen der zehnjäh­rigen Bundes­anleihen würden von 1,3 Prozent pro Jahr auf 1,8 Prozent steigen. Dann würde der Dax von 9 600 Punkten auf rund 8 100 Punkte fallen – voraus­gesetzt alle anderen Einfluss­faktoren blieben gleich. Würden die Zinsen auf 0,8 Prozent sinken, hätte der Dax demnach das Potenzial, auf 11 700 Punkte zu klettern.

In der Praxis über­lagern sich die Einfluss­faktoren, die Berechnungen verändern sich ständig. Welcher Faktor die Richtung vorgibt, lässt sich nur schwer vorher­sagen. Dies macht Prognosen für die Entwick­lung der Aktienmärkte auch für Fachleute schwierig.

Geld­anlage im Zins­tief Test

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