Geldanlage im Ausland Meldung

Das Finanzamt darf deutsche Geldanleger im Ausland verstärkt prüfen. Die Folgen erläutert Rechtsanwalt und Steuerberater Norman Peters vom Deutschen Steuerberaterverband.

Kann das deutsche Finanzamt ­künftig leichter deutsche Anleger in Steueroasen kontrollieren?

Peters: Ja, wahrscheinlich. Länder, in denen bisher das Bankgeheimnis heilig war, wie die Schweiz, Österreich, Luxemburg und Liechtenstein, wollen mehr Amtshilfe im Bereich des Steuerrechts leisten. Ins Blaue hinein darf die Steuerbehörde aber nicht forschen. Sie kommt nur an vertrauliche Kontodaten, wenn sie diese im konkreten Fall für Besteuerungszwecke benötigt.

Welche Möglichkeiten hat die deutsche Finanzverwaltung außerdem?

Peters: Seit August kann sie durch das Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz mehr Druck ausüben. Sie kann etwa vom Anleger eine Bevollmächtigung verlangen, um direkt bei der ausländischen Bank nach seinen Kapitalerträgen zu fragen. Ferner kann sie vom Anleger eine eidesstattliche ­Versicherung fordern, mit der er die Richtigkeit seiner Angaben bestätigen muss. Allerdings ist noch offen, welche Länder genau betroffen sind.

Was bedeutet das für den Anleger?

Peters: Gibt er keine eidesstattliche Versicherung ab, unterstellt das Finanzamt ihm höhere Kapitalerträge und schätzt ­Zinsen hinzu. Außerdem drohen bei falscher eidesstattlicher Versicherung bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Höchste Zeit also für Steuersäumige, reinen Tisch zu machen. Nichtversteuerte Einkünfte der letzten zehn Jahre können sie nachträglich straffrei zuzüglich Zinsen versteuern, wenn das Amt das noch nicht entdeckt hat. Aber Achtung: Eine bereits eingereichte falsche eidesstattliche Versicherung wird so nicht straffrei. Damit nichts weiter schiefgeht, sollten Betroffene umgehend mit einem Steuerberater erörtern, was jetzt zu tun ist.

Aber was ist, wenn eine Bank die Anlage im Ausland empfohlen hat?

Peters: Der Anleger ist trotzdem selbst verantwortlich. Schon bisher musste er auch bei einer durch eine Bank empfohlenen Anlage in einer Steueroase sämtliche steuerlichen Pflichten in der Bundesrepublik erfüllen.

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