Sicherheit für ein langes leben

Geldanlage für Senioren Meldung

Gute Renditen sind bei Rentenversicherungen nur drin, wenn der Kunde alt wird. 65-jährige Männer haben erst nach 18 Jahren ein garantiertes Plus, Frauen nach 20 Jahren.

Eine richtig schöne Zusatzrente bis zum Lebensende ist auch richtig teuer.

Wir haben ermittelt, was 65-jährige Männer bekommen, wenn sie auf einen Schlag 100 000 Euro bei einem Versicherer einzahlen, damit dieser ihnen dafür ab sofort eine lebenslange monatliche Rente überweist: Rund 480 Euro Anfangsrente sind drin, wenn die Kunden die von uns empfohlene volldynamische Auszahlungsform wählen.

Mit so genannten konstanten Auszahlungsvarianten lassen sich schon anfangs bis zu knapp 600 Euro erreichen. Von dieser Form raten wir aber ab, denn die Rente bleibt nicht sicher konstant, sondern kann irgendwann auch gekürzt werden.

Mit einer volldynamischen Rente ist der Kunde vor Rentenkürzungen gefeit. Eine einmal erreichte Höhe darf der Versicherer hier auf keinen Fall mehr unterschreiten.

Und läuft alles planmäßig, steigt die Rente sogar Jahr für Jahr. Steigende Lebenshaltungskosten lassen sich so leichter ausgleichen. Die meisten Anbieter haben die volldynamische Rentenauszahlungsform im Programm.

Auch in unserem Beispielfall entscheidet sich der 65-jährige Rentner Herbert Peters für eine volldynamische Rentenauszahlung. Er möchte nicht riskieren, dass er irgendwann einmal weniger Zusatzrente bekommt, wenn er zuvor schon eine bestimmte Höhe erreicht hatte. Gerade in der letzten Zeit haben viele privat Rentenversicherte diese leidvolle Erfahrung machen müssen. Bei den meisten Lebensversicherern war die Überschussbeteiligung nach schwachen Kapitalerträgen deutlich geschrumpft. Einst auf Basis besserer Ergebnisse hochgerechnete „konstante“ Renten sanken, machmal mehrmals hintereinander. Betroffene Leser haben uns geschildert, dass die Kürzungen zum Teil drastisch ausfielen.

Auswahl der Guten

Die Tabelle zeigt sieben gute Angebote für volldynamische Sofortrenten. Die Anfangsrente entspricht weitgehend der garantierten Mindestrente. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Das liegt daran, dass sie ihre Kosten und die Lebenserwartung ihrer Kunden unterschiedlich kalkulieren.

Die höchsten Anfangsrenten bei gleichzeitig guten Steigerungssätzen für die Rente bieten die Hamburg-Mannheimer, die Debeka und die WGV. Sie alle zahlen von Anfang an mindestens 480 Euro aus.

Erwirtschaften sie genug Überschüsse und ihre Hochrechnung geht auf, dann erhöht sich die Rente im Laufe der Jahre bei einem volldynamischen Vertrag kontinuierlich. Nach 20 Jahren kann sie in unserem Modell bei 700 Euro und mehr liegen.

In welchem Tempo die Rente steigt, hängt von den jährlich neu festgesetzten Steigerungssätzen ab. Diese Sätze sind unverbindlich. Wir haben uns jeweils die Werte des vergangenen und des aktuellen Jahres angeschaut. Die Lebensversicherer machen ihre Hochrechnungen immer auf Basis ihrer aktuellen Ertragslage. Die Steigerungssätze für volldynamische Renten werden ebenfalls danach festgelegt.

Die Unterschiede sind wieder groß. Nahezu alle Anbieter in der Tabelle würden ihren Kunden nach aktueller Rechnung in 20 Jahren deutlich über 700 Euro zahlen. Bei schlechteren Anbietern, die wir in der Tabelle nicht aufgeführt haben, gibt es dann im Schnitt 100 Euro weniger.

Weniger Rente für Frauen

Die Zahlen in den Tabellen gelten für 65-jährige Männer. Frauen bekämen bei gleicher Einzahlung durchschnittlich 10 Prozent weniger Rente. Statt 480 Euro, die ein Mann erhielte, gäbe es für eine Frau beispielsweise nur 432 Euro. Die Versicherungsunternehmen begründen die niedrigere Auszahlung an Frauen mit deren längerer Lebenserwartung.

Bei anderen Geldanlageprodukten ist das Geschlecht eines Kunden gleichgültig. Dennoch kann eine Sofortrente auch für eine Frau das richtige Produkt sein. Denn wenn sie ihren Grundbedarf bei den Lebenshaltungskosten noch nicht aus anderen sicheren Einkommensquellen decken kann, braucht sie wahrscheinlich die Sicherheit der lebenslangen, privaten Zusatzrente, selbst wenn sie teuer für sie ist.

Falsch wäre es, wenn ein Ehepaar in dieser Situation nur eine Rente für den Mann kauft, weil er mehr herausbekäme. Mit dem Tod des Mannes würden die Zahlungen enden. Die Witwe stünde vor einem finanziellen Desaster, das nur durch eine vielleicht noch laufende Rentengarantiezeit vorübergehend gelindert würde.

Auch umgekehrt wird kein Schuh daraus, denn eine Frau kann natürlich auch vor ihrem Mann sterben. Eine Lösung wäre, wenn sich ein Ehepaar mit zwei Policen absichert. Beide könnten beispielsweise jeweils 50 000 Euro in eine Rentenversicherung investieren. Jeder Partner sollte nach dem Tod des anderen dann aber auch mit nur seiner Rente allein auskommen können.

Eine andere Alternative ist eine „Partnerpolice“. Hier endet die Rente erst nach dem Tod beider Partner. Der Wermutstropfen: Eine Partnerrente ist im Schnitt um 15 Prozent niedriger als die Summe aus zwei Renten, die ein Ehepaar für sich erwirbt. Dafür bleibt sie nach dem Tod eines Partners so hoch wie davor.

Mit guter Rendite hat all das zunächst nichts zu tun. Schon ein Einzelvertrag über eine Sofortrente „lohnt“ sich nur für die, die sehr alt werden. Erst mit 83 Jahren hat ein heute 65-jähriger Mann bei einem guten Anbieter garantiert wenigstens so viel Geld herausbekommen, wie er eingezahlt hat. Und auch das gilt nur, wenn er auf Hinterbliebenenleistungen wie eine Rentengarantiezeit oder eine Beitragsrückgewähr verzichtet. Erst spät lässt sich also von einer Verzinsung der Einzahlung reden. Doch natürlich können Überschüsse einiges ausgleichen, dann dreht sich das Minus schon früher ins Plus.

Danach geht es nur noch aufwärts. Und wer irgendwann zu den Hochbetagten zählt, hat mit seiner Rentenversicherung ein gutes Geschäft gemacht. Bei einer Partnerrente müsste aber wenigstens einer der beiden Versicherten die 90, am besten die 100 Jahre voll machen.

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