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Geldanlage für Senioren Meldung

Investmentfonds eignen sich bestens für wohlhabende ­Senioren. Ein Depot mit ­Aktienfonds erhöht ihre Chance auf ­gute Erträge und lässt ihnen die Möglichkeit, den Nachkommen ein weiches ­Finanzpolster zu hinterlassen.

Senioren sind in Gelddingen weitaus mutiger, als ihnen nachgesagt wird. Wie Finanztest aus Anrufen und Briefen seiner Leser weiß, vertrauen viele ältere Anleger auf Investmentfonds.

Davon gehen wir auch bei unserem Beispielpaar Juliane und Gerhard Schneider aus. Sie haben dank üppiger Pensions- und Rentenbezüge mehr Geld zum Leben, als sie unbedingt benötigen und setzen nun auch auf Fonds.

Ihnen ist klar, dass Aktienfonds nicht berechenbar sind und bei ungünstiger Börsenlage sogar Verluste bringen können. Läuft es extrem schlecht, bleibt dem Ehepaar vielleicht nicht genügend Lebenszeit, um selbst die Verluste auszusitzen.

Aus diesem Grund gelten Aktienfonds gemeinhin als ungeeignet für Senioren. Doch Finanztest hält so viel Vorsicht für übertrieben. Angesichts der steigenden Lebenserwartung können auch 65- bis 70-Jährige einen Teil ihres Vermögens in Aktienfonds stecken, ohne in den Verdacht des finanziellen Harakiri zu geraten.

Den Fonds etwas Zeit geben

Besonders Mutige legen ihr gesamtes freies Vermögen in Aktienfonds an. Sie können daraus sogar – wie aus einer Rentenversicherung oder einem Bankauszahlplan – Monat für Monat eine feste Summe entnehmen. Der Anleger verkauft dann jeden Monat genau so viele Fondsanteile, wie er für eine bestimmte Rentensumme benötigt. Je nach Fondskurs müsste er mal mehr, mal weniger Anteile veräußern.

Ein Fondsentnahmeplan bietet viel höhere Renditechancen als die anderen Arten von Zusatzrenten, wie die Tabelle „Sicherheit kontra Renditechance“ zeigt. Empfehlen können wir ihn aber allenfalls eingeschränkt. Nur Anleger, die in schlechten Börsenphasen auch mal auf die Auszahlung verzichten können, sollten ihn in Erwägung ziehen. Andernfalls müssten sie die Fondsanteile zu schlechten Kursen verkaufen und ihr Kapital wäre viel zu schnell erschöpft.

Wir raten, Aktienfonds durch sichere Anlagen wie Sparbriefe oder Bundesanleihen zu ergänzen und notfalls die Festzinsanlagen zuerst zu verkaufen. Das gibt den Aktienfonds Zeit, sich zu entwickeln.

Sinnvoll kombinieren

Sinnvoll ist auch die Kombination von Aktienfonds mit einem Bankauszahlplan. Der Anleger kann zunächst einige Jahre lang eine Zusatzrente aus dem Auszahlplan ziehen, ehe er die Fonds antasten muss.

Wie die Grafik zeigt, wäre es bei der aktuellen Zinshöhe möglich, aus 50 000 Euro zehn Jahre lang eine monatliche Rente von über 500 Euro zu ziehen. Damit könnten zum Beispiel Großeltern den Enkel im Studium unterstützen.

Statt der Entnahme von monatlichen Raten kommt selbstverständlich auch eine jährliche Auszahlung infrage. Die Summe von deutlich über 6  000 Euro würde ausreichen, um sich regelmäßig einen luxuriösen Urlaub zu gönnen.

In der Karibik könnte der Rentner darüber sinnieren, wie sich die andere Hälfte seines Kapitals entwickelt. Läuft es wie in der Vergangenheit, kann er damit rechnen, dass nach zehn Jahren aus 50 000 Euro in Fonds 120 000 Euro geworden sind.

Allerdings ist er vor Verlusten nicht sicher: Bei sehr ungünstigem Verlauf wären von den investierten 50 000 Euro nicht einmal mehr 20 000 Euro übrig.

Für die Erben des Anlegers sind Festverzinsliche und Aktienfonds allemal besser als eine Rentenversicherung: Denn sie bleiben in jedem Falle in der Familie.

Steuersparer lieben Aktienfonds

Aktienfonds sind nicht nur sehr aussichtsreich, sondern haben auch steuerlichen Charme. Der größte Teil ihres Wertzuwachses stammt erfahrungsgemäß aus Kursgewinnen. Sie sind nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei. Nur die regelmäßigen Ausschüttungen – sie stammen überwiegend aus Dividenden – muss der Anleger mit dem Fiskus teilen.

Bei festverzinslichen Anlagen kassiert das Finanzamt dagegen in jedem Falle mit, wenn der Rentner nicht sehr geringe Einkünfte oder noch Luft beim Sparerfreibetrag hat (1 370 Euro pro Jahr, für gemeinsam veranlagte Ehepaare das Doppelte). Etwas Mut zum Risiko kann sich für wohlhabende Senioren also in doppelter Hinsicht bezahlt machen.

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