Beispiele: Geld­automaten in Europa

Unsere Beispiele von zwölf europäischen Banken zeigen, wie die Währungs­umrechnungs-Masche konkret funk­tioniert.

Euronet, Kopenhagen (Dänemark)

Geld­abheben im Ausland Special

Die Display­anzeige von Euronet (1) erscheint zunächst gut verständlich. Außerdem wird „0% Provision“ versprochen. Trotzdem sollte man die „Auszahlung ohne Umrechnung“ wählen. Dann wird allerdings noch einmal nachgehakt (2). „Mit Währungs­umrechnung“ und garan­tiertem Wechselkurs mit grüner Annehmen-Taste oder „ohne Währungs­umrechnung“ mit nicht garan­tiertem Wechselkurs und roter Annehmen-Taste. Wählt man grün, hätte man über den miesen Kurs fast 9 Prozent verloren.

Barclays, Manchester (Groß­britannien)

Geld­abheben im Ausland Special

Die Fotos zeigen Geld­automaten derselben Bank in (1) eng­lischer und (2) deutscher Sprache. Irritiert hat uns, dass sich die angekündigte Bearbeitungs­gebühr (hand­ling charge) unterscheidet: 2,99 Prozent und 5,50 Prozent. Nach dem Abheben betrug der Verlust jeweils mehr als 4,5 Prozent – die Verwirrung war perfekt.

Societe Generale Express­bank, Sofia (Bulgarien)

Geld­abheben im Ausland Special

Schon die Über­schrift verwirrt: „Dieses Terminal Angebote Conversion zu Ihnen nach Hause Wahrung“. Hinweise auf Gebühren sind auf dem Display nicht zu finden. Ob der Kurs in Ordnung ist, kann nur einschätzen, wer ihn kennt. Wir errechneten für die „Konvertierung“ in Euro einen Verlust von 4,58 Prozent.

Bank Pekao, Gniezno (Polen)

Geld­abheben im Ausland Special

Die Anzeige ist unruhig und die Informationen schwer zuzu­ordnen. Zusätzliche Hürde: Der Umrechnungs­kurs bezieht sich auf einen Zloty und nicht auf einen Euro. Immerhin wird ein Kurs­auf­schlag von 7,5 Prozent genannt. Jetzt muss man verstehen, dass man die linke Taste drücken sollte. Sonst beträgt der Verlust sogar 8,6 Prozent.

Bank Zachodni WBK, Stettin (Polen)

Geld­abheben im Ausland Special

(1) Nach Eingabe von Auszahl­betrag und Quittungs­wunsch erscheint ein unüber­sicht­licher Text, der suggeriert, dass der Kunde mit der Wahl eines „fixen Kurses“ besser dran sei. Außerdem wird die Höhe der Gebühren mit „0 %“ angegeben. Um keinen Verlust zu machen, muss die Taste links unten neben dem schwer lesbaren Text „nein, Belastung in PLN (polnische Złoty)“ gedrückt werden. (2) Dann wird noch einmal insistiert, dass die Mehr­zahl der Bank­kunden sich für diesen festen Kurs entscheidet. Der Kunde braucht Durch­blick, um richtig zu handeln, nämlich die Taste links unten „unbe­kannter FX Kurs“ zu drücken. Andernfalls droht ein Verlust von 9,37 Prozent, wie unser Test ergab.

Banca Comerciala Romana (BCR), Cluj (Rumänien)

Geld­abheben im Ausland Special

Auch die größte Bank Rumäniens möchte zusätzlich Geld verdienen. „0% Commission“ bedeuten jedoch einen Verlust von deutlich über 8 Prozent, wenn man die rechte Taste drückt.

Ceskoslovenská obchodní banka (CSOB), Prag (Tschechien)

Geld­abheben im Ausland Special

Der teuerste Geld­automat in unserem Test steht in Prag. Kein Wort über enthaltene Kosten oder Kurs­aufschläge. Lediglich ein kryptischer Text unten: „Über­zeugen Sie sich, dass Sie die mit der Währungs­umrechnung verbundenen Kosten verstehen. Sie können sich in Abhängig­keit davon unterscheiden, ob Sie Ihre Heimatwährung oder die Trans­aktions­währung wählen.“ Die rechte Taste ist 12,18 Prozent teurer als die linke.

Travelex, Prag (Tschechien)

Geld­abheben im Ausland Special

Die Gebühren sind mit 0 Euro angegeben. Der Wechselkurs bezieht sich auf eine tsche­chische Krone und ist so schwer nach­voll­zieh­bar. Nur wer bis zum Ende liest, bemerkt, dass der Wechselkurs von Travelex eine „Marge“ von 10,49 Prozent enthält.

Citi­bank, Budapest (Ungarn)

Geld­abheben im Ausland Special

Das Display ist über­sicht­lich und gut lesbar. Es wird versprochen, dass keine extra Provisionen für die Umrechnung berechnet werden. Der Text führt in die Irre. Unser Tester hätte beim Drücken der rechten Taste einen Verlust von 9,92 Prozent auf seinem Konto verbucht, die im schlechten Kurs stecken.

Hypo Alpe Adria, Zagreb (Kroatien)

Geld­abheben im Ausland Special

Wenige Daten bei der Hypo Alpe Adria: Abhebe­betrag in HRK (Kuna), Euro-Betrag und Wechselkurs. Dazu ein Text, der Fragen aufwirft: „Bitte stellen sie sicher, dass sie sich über die Umwandlungs­kosten im Klaren sind, weil Differenzen möglich sind, je nach dem, ob sie die Landes­währung oder die Trans­aktions­währung wählen“. Wie bitte? Obwohl man nicht erkennen kann, was dann passiert, sollte man „Fortsetzung ohne Umwandlung“ wählen und hätte in diesem Fall 4,37 Prozent gespart.

OTP Bank, Zagreb (Kroatien)

Geld­abheben im Ausland Special

(1) Nachdem unsere Test­person den Abhebe­betrag einge­geben hatte, erschien die Warnung, zu prüfen, ob der Auto­mat manipuliert wurde. Mit eigenen Aufsätzen auf dem Karten­schlitz (Skimming) greifen Betrüger Karten­daten ab. (2) Auf der nächsten Anzeige wird die Umrechnung in heimische Währung erläutert. Es wird ein Wechselkurs genannt (1 Euro = 7,19 kroatische Kuna) und auch ein Preis­aufschlag von 6 Prozent. Das Konto würde mit 13,91 Euro belastet. Jetzt muss sich der Kunde entscheiden, für die Belastung in Euro oder in HRK (kroatische Kuna). Richtig wäre es, die unterste rechte Taste zu drücken. Dann rechnet die heimische Bank den Betrag zu ihrem Kurs um und belastet nur 13,14 Euro. In diesem Fall ergibt die mitt­lere Taste einen Verlust von gut 5,5 Prozent – der immerhin schon angekündigt war.

Raiff­eisen­bank, Zagreb (Kroatien)

Geld­abheben im Ausland Special

Die Raiff­eisen­bank in Zagreb, deren Auto­maten Euronet betreibt, war nicht so ehrlich. Auf dem Display erschienen „0 % Provision“ und „0 % Mark-Up“ (Aufschlag) – am Ende betrug der Verlust 6,64 Prozent.

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