Geld bei Brust­krebs Schnelltest

Brust­krebs bei Frauen ist in Deutsch­land die häufigste Krebs­erkrankung. Hier­zulande erhalten rund 60 000 Frauen jedes Jahr diese Diagnose. Die Versicherungs­wirt­schaft hat reagiert. Sie bietet Policen an, aus denen Frauen Geld erhalten, wenn Sie eine Krebs­diagnose bekommen – auch wenn sie nicht berufs­unfähig sind.

Bei Diagnose einmalig 25 000 oder 50 000 Euro

Unter dem Namen „Lady­like Diagnose Krebs-Schutz­brief“ bietet die Würzburger Versicherung eine spezielle Police für Frauen an. Wird bei einer Frau erst­mals Brust­krebs, Eier­stock­krebs oder eine von sechs weiteren frauenspezi­fischen Krebs­arten fest­gestellt, erhält die Versicherte 25 000 Euro. Auch andere Versicherer, beispiels­weise die AIG Europe, bieten ähnliche Policen an. Sie werden unter Namen wie „Womancare“ oder „Lady­protect“ vertrieben.

Kosten abhängig vom Alter der Kundin

Die Beiträge für das Angebot „Lady­like Diagnose Krebs-Schutz­brief“ der Würzburger Versicherung richten sich nach dem Alter der Kundin. Eine 45-jährige Frau zahlt bei einer Versicherungs­summe von 25 000 Euro zum Beispiel 10,80 Euro Monats­beitrag, mit 50 Jahren steigt der Beitrag auf 16,90 Euro im Monat. Kundinnen, die eine Versicherungs­summe von 50 000 Euro vereinbart haben, zahlen den doppelten Beitrag – also zum Beispiel 33,80 Euro monatlich ab dem 50. Lebens­jahr. Im Antrag müssen die Frauen Gesund­heits­fragen beant­worten und beispiels­weise angeben, ob sie in den zehn Jahren vor Vertrags­schluss schon einmal eine Krebs­diagnose oder Krebs­behand­lung hatten. Ist das der Fall, bekommen sie keinen Versicherungs­schutz. Die Versicherung kann nur bis zum Alter von 64 Jahren abge­schlossen werden und endet auto­matisch mit dem Erreichen des 70. Lebens­jahres.

Geld zum frühen Zeit­punkt

Der Vorteil einer solchen Police: Die Versicherte erhält bereits zum Zeit­punkt der Krebs-Diagnose Geld – und muss nicht warten, bis schlimme Krank­heits­folgen einge­treten sind. Der Betrag steht zudem zur freien Verfügung – unabhängig davon, ob die erkrankte Frau noch arbeiten kann oder nicht. Das kann hilf­reich sein, um beispiels­weise Therapien zu bezahlen, die die Kranken­versicherung nicht über­nimmt oder um eine Haus­halts­hilfe einzustellen. Das Geld kann aber auch helfen, wenn eine Frau Ihren Arbeits­umfang für eine Zeit reduzieren möchte oder einfach einen längeren Erholungs­urlaub machen will.

Versicherungs­schutz umfasst nur wenige Fälle

Ein solches „Extra-Budget“ wäre sicher auch für andere Krank­heits­fälle hilf­reich. Doch bei weitem nicht alle auch bei Frauen häufigen Krebs­arten sind abge­deckt. So fehlen zum Beispiel Darm- und Haut­krebs, Leukämie und Lungenkrebs. Die Versicherung leistet außerdem nur bei erst­maliger Diagnose. Erleidet die Patientin einen Rück­fall oder streut eine Krebs­erkrankung in andere Körperregionen, zahlt sie nicht. Auch Krebs­vorstufen und sogenannte halb bösartige Tumore sind ausgeschlossen.

Das Fazit: Schutz ist sinn­voll, aber Alternativen prüfen

Ein Angebot wie der „Lady­like Diagnose Krebs-Schutz­brief“ der Würzburger ist sinn­voll. Es kann aber niemals eine Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzen. Dafür bietet sie in zu wenigen Fällen Versicherungs­schutz und sieht auch lediglich eine einmalige Zahlung vor. Gleich­wohl ist es beruhigend, im Fall einer schweren Erkrankung sofort Geld zur Verfügung zu haben – gerade für Frauen, die weniger vermögend sind. Frauen, die ernst­haft über­legen, für den Fall einer schweren Krankheit vorzusorgen, sollten auch Angebote einer Dread-Disease-Versicherung einholen und prüfen. Diese Angebote werden beispiels­weise von den Unternehmen Skandia, Gothaer, Neue BBV und Canada Life angeboten. Aus solchen Policen erhalten Versicherte für eine größere Anzahl von Krankheiten Geld – nicht nur für Krebs­diagnosen, sondern zum Beispiel auch, wenn sie einen Herz­infarkt oder Schlag­anfall erleiden.

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