Geld­anlage bei Anbietern aus dem Ausland: Bei regulierten Angeboten keine Probleme

Geld bei Anbietern aus dem Ausland anzu­legen, ist nicht grund­sätzlich problematisch. Das gilt vor allem, wenn die Anlageform streng reguliert ist.

Spar­guthaben. In der Europäischen Union sind pro Sparer und Bank bis zu 100 000 Euro garan­tiert. Finanztest empfiehlt aber nur Angebote aus Ländern, deren Einlagensicherung stabil genug erscheint, eine Bankenpleite zu stemmen (So funktioniert die Einlagensicherung für Anleger in Deutschland). Keine Sorgen müssen sich Sparer machen, die ihr Geld ausländischen Banken mit selbst­ständiger Nieder­lassung in Deutsch­land anver­trauen, die dem deutschen Einlagensicherungs­system angehören. Einige sind sogar Mitglied im freiwil­ligen Einlagensicherungs­fonds der deutschen Privatbanken.

Investmentfonds. Viele in Deutsch­land erhältliche Investmentfonds sind im Ausland aufgelegt. Ihre Wert­papieridentifikations­nummer (Isin) beginnt nicht mit dem deutschen Länderkürzel „DE“, sondern zum Beispiel mit „LU“ für Luxemburg. Für Fonds­gesell­schaften und Investmentfonds gelten auch in anderen Ländern strenge Vorschriften. Deshalb ist der Sitz im Ausland meistens kein Problem. Wer sicher­gehen will, nutzt unseren Produktfinder Fonds und ETF – alle dort aufgeführten Produkte hat die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) für den Vertrieb in Deutsch­land zugelassen.

Versicherungen. Wollen ausländische Versicherungs­gesell­schaften in Deutsch­land aktiv werden, muss die Bafin das Geschäft zuvor erlauben. Die Versicherer unterliegen weiterhin der Aufsicht ihres Heimatlandes. Gehen die Geschäfte von in Deutsch­land ansässigen Tochter­unternehmen aus, ist die Bafin wie für deutsche Versicherer zuständig. Bei Streitig­keiten mit einem aus dem Ausland agierenden Versicherer können Sprach­probleme und der Gerichts­stand im Ausland für einen Kunden schwierig sein. Der Versicherungs­ombuds­mann hilft nicht, denn dafür müssten die Unternehmen dem Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirt­schaft (GDV) angehören. Das ist normaler­weise nicht der Fall.

Sons­tige Geld­anlagen. Anbieter aus dem Ausland müssen die gleichen Regeln wie inländische Anbieter erfüllen. Finanztest rät von Angeboten ab, für die es keinen nach gesetzlichen Vorschriften erstellten Verkaufs­prospekt gibt. Es handelt sich dann um weit­gehend unregulierte Angebote. Die Risiken sind zu hoch.

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