Die Kleinen brauchen Liebe und Zahnspangen, Klassenreisen, den Führerschein, eine Ausbildung und und und – Eltern brauchen dafür Geld.

Ulrich Klement hat die Nase voll. Im Jahr 1992 hat der 46-jährige Lehrer für seine heute 17-jährige Tochter Jana eine Ausbildungsversicherung abgeschlossen. Klement: „Zu keiner Zeit in diesen Jahren hat sich diese Anlage rentiert. Nie war auch nur annähernd der eingezahlte Betrag in den Abrechnungen zu finden.“

Klement möchte, was alle Eltern wollen: das Kind so gut wie möglich unterstützen. Manche Chance kostet Geld. Ein längerer Auslandsaufenthalt für Schüler zum Beispiel ist aus dem laufenden Gehalt kaum zu bezahlen. Und ein Hochschulstudium verschlingt leicht mehrere 10 000 Euro.

Da hilft es sehr, wenn Eltern beizeiten anfangen, Geld zurückzulegen. Zum Beispiel das Kindergeld: Für das erste und das zweite Kind gibt es vom Staat zurzeit jeweils 164 Euro pro Monat. Mütter und Väter, die es schaffen, dieses Geld komplett zu sparen, machen daraus bei einem Zins von 3 Prozent in 15 Jahren mehr als 37 000 Euro.

Stefan Bailly sucht eine Geldanlage, die sein Sohn mit 18 Jahren sinnvoll nutzen kann. Der Kleine ist jetzt neun Monate alt. Sein Vater will regelmäßig feste Beträge sparen, zeitweise aussetzen oder auch einmal einen größeren Betrag einzahlen. Die Geldanlage soll steuerlich vorteilhaft, bequem, sicher und ertragreich sein.

Ertragreich und sicher passen allerdings selten zusammen. Eine Mischung verschiedener Anlagen bedient beides. Besonders zu empfehlen sind Bank- und Fondssparpläne.

Durchweg ungeeignet fürs Sparen sind dagegen spezielle Kinderpolicen, wie Ulrich Klement eine abgeschlossen hat (siehe „Spezialangebote von Versicherern“). Bei diesen Verträgen von Versicherern geht durch hohe Provisionen und Verwaltungskosten viel Geld verloren.

Versicherer verkaufen Kinderpolicen sogar als Altersvorsorge für die Jüngsten. Viele Verträge, die Finanztest vorliegen, laufen 60 Jahre und länger. Sie sollen irgendwann in eine Rente für das Kind münden. Bis dahin türmen sich die Kosten.

Sparen ohne Abschlusskosten

In Sparformen ohne hohe Abschlusskosten zu investieren, ist ein besserer Weg. Bank- und Fondssparpläne machen das möglich.

Fondssparpläne dürfen die Kunden kostenfrei unterbrechen oder die Raten verändern, wenn das Geld einmal knapp ist. Banksparpläne sind je nach Laufzeit und Kündigungsrecht unterschiedlich flexibel.

Ob sicheres Banksparen besser ist als das riskantere, chancenreichere Fondssparen, hängt zum Beispiel davon ab, wann das Geld benötigt wird.

Kann ein Teil des Guthabens lange wachsen, empfiehlt sich dafür wegen der höheren Renditechancen ein Fondssparplan in einen breit streuenden Aktienfonds, der in der ganzen Welt oder in Europa investiert. Über zehn Jahre und mehr lässt sich das Auf und Ab der Börsen meist ausgleichen.

Dass die Kurse langfristig nach unten zeigen, ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Etwas Optimismus sollten fondssparende Eltern also mitbringen.

Wird zumindest etwas Geld zwischendurch gebraucht, sollte ein Teil der Rate in sichere, verzinste Bankprodukte fließen.

Finanztest hat Bank- und Fondssparpläne im jüngsten Heft untersucht. Der Schwerpunkt lag auf dem Sparen fürs Alter. Für die Ausbildung der Kinder eignen sich die Angebote aber genauso.

Banksparen ab 3 Prozent

Banksparpläne sind ideal, wenn das Geld zu einem festen Zeitpunkt benötigt wird. Hier ist ein Ertrag sicher.

Finanztest-Leser Karsten Knoke zum Beispiel will sechs Jahre lang regelmäßig Geld zurücklegen. Ab dann will seine Tochter Tiermedizin studieren.

Knoke wäre mit dem aktuellen Angebot der Mercedes-Benz Bank gut bedient. Dieser Sparplan mit fester Zinstreppe beginnt bei einem Zins von 2,25 Prozent im ersten Jahr und steigert sich auf 3,75 Prozent im sechsten. Das ergibt 3,5 Prozent für die gesamte Laufzeit (Stand: 1. Juli 2009). Der Kunde kann auch vorzeitig aussteigen.

Wenigstens 3 Prozent Zinsen sollten beim Banksparen zurzeit herauskommen. Sonst ist ein gutes Tagesgeldkonto besser, bis es höher verzinste Sparpläne gibt. Die Bank of Scotland zahlt beispielsweise aktuell 3 Prozent Zinsen auf ihre Tagesgeldkonten ohne Mindestanlage.

Über sein Tagesgeld kann der Kunde jederzeit verfügen. Anders als beim Banksparplan darf die Bank den Zins allerdings auch jederzeit beliebig ändern.

Einen Teil in Fonds stecken

Teilen Eltern ihre Sparrate auf und stecken einen Teil in das Bank- und den anderen in das Fondssparen, würde sich ihr Guthaben mit großer Wahrscheinlichkeit besser entwickeln. Je nach Risikobereitschaft und Entnahmezeitpunkt könnten sie die Rate halbe-halbe aufteilen oder in ein und zwei Drittel.

Das Angebot an Investmentfonds ist riesig. Vergleichsweise leicht haben es Anleger mit Indexfonds. Diese Fonds bilden einen Index ab und laufen im Gleichklang mit der jeweiligen Börse. Das Investment ist so gut wie der gewählte Index.

Sparpläne für Indexfonds bekommen Sparer nur bei einer Direktbank wie comdirect, Ing-Diba oder DAB-Bank oder bei einem Internetfondsshop. Sie können dort ein Konto bei einer Fondsbank eröffnen.

Die Alternative sind gemanagte Aktienfonds. Die besten stehen jeden Monat in Finanztest. Der Einstieg ist leicht: Fonds aussuchen, Sparrate bestimmen, Auftrag an die Bank erteilen. Das ist es.

Diese Anlage sollten Eltern im Blick behalten: Läuft ein Fonds längere Zeit schlecht, heißt es wechseln!

Fonds günstig kaufen

Beim Fondskauf über die Hausbank werden oft 5 Prozent und mehr vom eingezahlten Geld für den Ausgabeaufschlag fällig. Das drückt die Rendite. Besser ist ein Kauf bei Internet-Fondsvermittlern wie AAD Fondsdiscount, best-in-fonds, Fund-Discount oder Trigonus Fondsnet. Alle haben viele Fonds ganz ohne Ausgabeaufschlag im Sortiment. Oft dürfen die Kunden auch kostenlos umschichten.

Nachteil einiger Vermittler ist nervige Werbung für wenig geeignete Anlagen wie geschlossene Fonds oder Versicherungen. Darauf darf man sich nicht einlassen.

Für einen Fondskauf per Vermittler fragen Eltern diesen zunächst per E-Mail, ob die gewünschten Fonds verfügbar sind und wie hoch der Rabatt ist. Sie eröffnen dann ein Depot bei der Fondsbank, beispielsweise bei ebase, der Frankfurter Fondsbank oder der Fondsdepot Bank, mit der dieser Vermittler zusammenarbeitet.

Die Kontoeröffnung funktioniert per Postident-Verfahren. Die Bank schickt auf Anfrage den Antrag und einen Post-Ident-Kupon zu. Den Kupon legen die Kunden in einer Postfiliale vor, wo ihre Identität bestätigt wird. Dann gehen die unterschriebenen Unterlagen an den Anbieter und die Eltern lassen die Sparraten regelmäßig von der Fondsbank einziehen.

Guten Verkaufstermin abpassen

Ein Börsentief am Ende kann die Rendite verhageln. Je näher der Termin rückt, desto regelmäßiger sollten Eltern das Börsengeschehen beobachten. Soll der Sparplan bis zum 18. Geburtstag des Kindes laufen, können sie bei hohen Kursen ruhig schon Anteile verkaufen, wenn der Sprössling erst 16 Jahre alt ist.

Ist ein Hoch verpasst, geben Eltern am besten nur so viele Anteile zurück, wie im Moment nötig sind, und warten für den Rest auf eine bessere Börsenphase.

Steuervorteile der Kinder nutzen

Auf Kursgewinne beim Fondsverkauf ist genauso wie auf Zinserträge die 25-prozentige Abgeltungsteuer fällig. Läuft der Sparplan auf das Kind, ist das kein Problem. Kinder können wie Erwachsene den Sparerpauschbetrag von 801 Euro nutzen.

Jedes Kind darf sogar Einkünfte bis zu 8 671 Euro im Jahr haben, ohne Steuern zu bezahlen. Hinter dem Betrag steht neben dem Sparerpauschbetrag der steuerliche Grundfreibetrag von 7 834 Euro plus einer Sonderausgabenpauschale von 36 Euro.

Die Zinseinkünfte eines Kindes sollten aber aus einem anderen Grund nicht zu hoch werden. Übersteigt sein Einkommen 360 Euro im Monat, ist es mit der beitragsfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse vorbei.

Geld auf den Namen des Kindes anlegen können auch Verwandte wie Tante, Onkel oder Oma. Eine von den Erziehungsberechtigten unterschriebene Vollmacht erlaubt ihnen, Geld umzuschichten, beispielsweise von einem Fonds in den anderen oder in einen anderen Banksparplan. Die Eltern können diese Vollmacht widerrufen.

Läuft das Sparvermögen auf den Namen des Kindes, müssen die Einzahlenden jedoch vorsichtig sein, wenn sie Geld abheben. Sie müssen dem Finanzamt nachweisen können, dass sie das Geld für das Kind verwenden. Sonst müssen sie die Erträge vielleicht sogar im Nachhinein versteuern.

Um Vorwürfen zu begegnen, ist es besser, wenn nur noch das Kind über das Konto verfügen kann, sobald es volljährig ist.

Eine Gefahr für das Geld des Kindes bleibt: Hartz-IV. Auch das Geld der Kinder muss verwendet werden, bevor die Eltern Arbeitslosengeld II bekommen. Jedes Kind hat aber geringe Freibeträge: den Vermögensfreibetrag von 3 100 Euro und den allgemeinen Freibetrag von 750 Euro.

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