Gekürzte Vergütung für Solarstrom Meldung

Wer möglichst viel vom selbst produzierten Solarstrom verbraucht, hat oft die besten Renditechancen.

Vergütung. Rückwirkend ab April dieses Jahres sinkt die Vergütung für privat produzierten Solarstrom, der ins Netz eingespeist wird. Für im April in Betrieb genommene Kleinanlagen (mit bis zu 10 Kilowatt Leistung) gibt es pro Kilowattstunde statt 24,43 Cent nur noch 19,50 Cent – für etwas größere Anlagen (bis 40 Kilowatt) 18,50 Cent. Je später Anlagen ans Netz gehen, desto geringer die Einspeisevergütung: Seit Mai sinkt sie monatlich um 1 Prozent. Ab November soll der Prozentsatz je nach Marktentwicklung entweder weiter verringert oder wieder erhöht werden. Die bei Inbetriebnahme geltende Vergütung bleibt 20 Kalenderjahre fest.

Eigenverbrauch. Neu ist, dass bei Anlagen ab 10 Kilowatt nur noch 90 Prozent der erzeugten Strommenge voll vergütet werden. Die restlichen 10 Prozent sollte der Betreiber selbst verbrauchen. Sonst bekommt er dafür bei Einspeisung nur den Börsenstrompreis – etwa 5 bis 6 Cent. Das gilt ab 2014 für Anlagen, die seit April 2012 in Betrieb sind. Die bisherige Vergütung für den Eigenverbrauch gibt es für Anlagen, die neu in Betrieb gehen, nicht mehr. Trotzdem lohnt sich der Eigenverbrauch angesichts ständig steigender Strompreise.

Beispiel. Eine Solaranlage mit 10 Kilowatt Leistung kostet mit Installation 17 000 Euro und liefert jährlich etwa 9 000 Kilowattstunden (kWh) Strom. Bei Inbetriebnahme im September 2012 beträgt die Vergütung 18,54 Cent, der Betreiber erhält jährlich rund 1 670 Euro vom Netzbetreiber. Attraktive Renditen lassen sich so kaum erzielen. Die Investition lohnt sich eher bei hohem Eigenverbrauch: Liegt der bei einem Zehntel der Jahresproduktion, also 900 kWh, ergibt sich über 20 Jahre eine Rendite von fast 5 Prozent, wenn der Strompreis jährlich um 3 Prozent steigt.

Tipp: Bei einem guten Angebot sollten Sie nicht zu lange zögern. Ob die Anlagenpreise schneller sinken als die Vergütungssätze, ist ungewiss. Mehr Infos in unserem Ratgeber „Photovoltaik“ (www.test.de/shop).

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