Zahlreiche Exkunden von Lebensversicherungen können eine Nachzahlung verlangen. Wie berichtet, hatte der Bundesgerichtshof schon Ende 2005 entschieden, dass Kunden, die vorzeitig kündigten, Anspruch auf einen Mindestrückkaufswert haben. Und der beträgt knapp die Hälfte
der eingezahlten Beiträge.

Beispiel: Ein Kunde zahlt monatlich 100 Euro ein. Nach 18 Monaten kündigt er und bekommt nichts zurück, da seine eingezahlten Beiträge für Verwaltung, andere Kosten und als Provision für den Vertreter verwendet wurden. Laut BGH müsste er etwa 850 Euro bekommen (Az. IV ZR 162/03, IV ZR 177/03, IV ZR 245/03).

Viele Gesellschaften zahlen dennoch nicht, weil die Ansprüche angeblich verjährt seien. „Doch die Verjährungsfrist läuft erst seit Oktober 2005, denn vor den BGH-Urteilen konnten die Versicherten von ihren Ansprüchen gar nichts wissen“, meint Juristin Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die VZ will eine Sammelklage erheben, der sich Verbraucher anschließen können. Betroffen sind sieben Millionen Verträge, die von Mitte 1994 bis Mitte 2001 abgeschlossen und inzwischen gekündigt oder beitragsfrei gestellt wurden.

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