Gekündigte Lebensversicherung Meldung

Teuer. Viele Kunden mit einer langlaufenden Lebensversicherung steigen vorzeitig aus und verlieren Geld.

Kunden, die eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung kündigen, haben ein Recht auf Erläuterung der Auszahlungssumme. Das entschied das Landgericht München I (Az. 31 S 8182/06). Ebenso urteilte im Dezember 2006 schon das Landgericht Hamburg (Az. 302 O 147/06).

Beide Landgerichte berufen sich auf eine wichtige Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) und begründen ihre Urteile damit, dass die Kunden erfahren wollen, ob ihr Versicherungsunternehmen sich daran hält.

Der BGH hatte am 12. Oktober 2005 festgelegt (Az. IV ZR 162/03, 177/03 und 245/03), dass Kunden bei Kündigung mindestens einen Anspruch auf die Rückzahlung von knapp der Hälfte ihrer bis dahin eingezahlten Beiträge haben. Diese Regel gilt, wenn aus den Versicherungsbedingungen des Vertrags nicht klar hervorgeht, dass der Kunde beim Ausstieg in den ersten Vertragsjahren durch anfangs abgezogene Abschlusskosten erheblich Geld verliert.

Rund die Hälfte der Lebensversicherungsverträge enden vorzeitig. Das BGH-Urteil betrifft vor allem Verträge, die zwischen Mitte 1994 und Ende 2001 geschlossen und inzwischen gekündigt oder beitragsfrei gestellt wurden.

Die Unternehmen müssen Kunden mit solchen Verträgen Geld nachzahlen, wenn sie ihnen weniger überwiesen oder (bei Beitragsfreistellung) gutgeschrieben hatten, als das Gericht vorgab. Doch von sich aus machen Versicherer nichts. Wer eine Nachzahlung haben will, muss sie schriftlich anfordern.

Tipp: Versuchen Sie möglichst gut einzuschätzen, ob Sie den Beitrag über die gesamte Laufzeit hinweg aufbringen können, bevor Sie eine langlaufende Lebensversicherung abschließen.

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