Ausgewählt, geprüft, bewertet

Im Test: 14 Direktsäfte aus dem Kühlregal: 7 Orangensäfte und 7 Blutorangensäfte.
Einkauf der Prüfmuster: Ende Juni bis Anfang Juli 2006.

Alle Prüfergebnisse und Bewertungen beziehen sich auf Proben mit dem jeweils angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum.

Preise: Anbieterbefragung Ende Juli / Anfang August 2006.

Abwertung

Das test-Qualitätsurteil konnte maximal eine halbe Stufe besser sein als das Urteil für die sensorische Fehlerfreiheit. War diese „mangelhaft“, konnte das test-Qualitätsurteil nicht besser sein. Entsprach die Aromaqualität nicht den Anforderungen der Fruchtsaftverordnung, wurde sie mit „mangelhaft“ bewertet. Das test-Qualitätsurteil konnte maximal eine halbe Stufe besser sein als die Aromaqualität. Bei „mangelhafter“ Aromaqualität konnte das test-Qualitätsurteil nicht besser sein. Bei nachgewiesenem Fremdwasser wurde die chemische Qualität mit „mangelhaft“ bewertet und das test-Qualitätsurteil lautete ebenso. War die Deklaration „ausreichend“ oder schlechter, konnte das test-Qualitätsurteil nur eine halbe Stufe besser sein.

Alle im test-Qualitätsurteil mit „mangelhaft“ beurteilten Produkte sind nicht verkehrsfähig.

Sensorisches Konsumentenurteil: 35 %

73 Konsumenten – Orangensafttrinker im Alter von 7 bis 70 Jahren – beurteilten jeden Saft in einer statistisch verteilten Reihenfolge innerhalb jeder Produktgruppe (Orangensaft und Blutorangensaft). Am Ende der Verkostung der Orangensäfte wurde zusätzlich ein frischgepresster Saft beurteilt.

Sensorische Fehlerfreiheit: 15 %

Mithilfe eines auf Orangensaft trainierten Panels – zehn geschulte Verkoster – wurden computergestützt Aussehen, Geruch, Geschmack, Konsistenz/Mundgefühl und Nachgeschmack beschrieben. Alle Produkte wurden mehrfach geprüft. Zum Vergleich wurde ein frischgepresster Orangensaft profiliert. Ein frischgepresster Saft aus Blutorangen konnte nicht beurteilt werden, da Blutorangen im Handel nicht verfügbar waren. Durch statistische Verknüpfung der sensorischen Beschreibungen mit den Konsumentenurteilen konnten die sensorischen Fehler abgeleitet werden. Alle Produkte wurden außerdem von fünf Experten verkostet. Aus beiden Prüfungen resultiert die Note.

Aromaqualität: 10 %

Mittels Gaschromatografie/Massenspektrometrie (GC/MS) wurden die Aromaspektren aufgenommen. Folgende Fragen wurden gestellt: Sind fremde, nicht aus der Orange/Blutorange stammende Aromastoffe enthalten? Enthalten die Direktsäfte ein charakteristisches Aroma? Haben die Produkte ein „off-flavour“ durch den Aromastoff alpha-Terpineol? Enthalten die Säfte zu viel Schalenöl?

Chemische Qualität: 10 %

Die Verderbnisparameter flüchtige Säure, Ethanol sowie Milchsäure bestimmten wir gemäß Methoden der Internationalen Fruchtsaft-Union (IFU), ebenso Karotinoide, Anthocyane und Flavanonglycoside. Um Fremdwasser nachzuweisen, untersuchten wir die Sauerstoff­isotope im Saftwasser und im Ethanol aus der Vergärung der Zucker sowie das Deuterium-Wasserstoff-Verhältnis im Saftwasser. Auf Fremdzucker wurde per SNIF-NMR und MS untersucht. Die Bestimmung von Vitamin C erfolgte gemäß DIN-Methoden.

Schadstofffreiheit: 15 %

Auf Pestizide prüften wir in Anlehnung an die Vorschriften der ASU nach Paragraf 64 LFGB (früher Paragraf 35 LMBG). Per GC/MS wurden alle Säfte in Kartonverpackungen auf Isopropylthioxanthone (ITX = Bestandteile von Druckfarben) geprüft.

Mikrobiologische Qualität: 0 %

Untersuchung gemäß IFU-Methoden: Gesamtkoloniezahl, Hefen, Schimmelpilze, Milchsäurebakterien.

Zweckmäßigkeit der Verpackung: 5 %

Für die abgebildete Verpackungsart beurteilten wir Lichtschutz, Originalitätssicherung, Öffnen, Ausgießen und Wiederverschließen.

Deklaration: 10 %

Prüfung nach den lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften. Außerdem bewerteten wir Lagerungs- und Trinkempfehlungen, Nährwertangaben, Produktinformation, Werbeaussagen sowie Übersichtlichkeit und Lesbarkeit. Jede konkrete Herkunftsangabe wurde durch die Analyse der Strontiumisotope per MS mit thermischer Ionisation überprüft.

Zusammensetzung und Authentizität (nicht bewertet)

Gemäß IFU-Methoden wurden bestimmt: pH-Wert, relative Dichte, Gesamtsäure (als Zitronensäure), Zitronen- und Isozitronensäure, L-Äpfelsäure, Asche, Formolzahl, Hydroxymethylfurfural, Fruktose, Glukose, Saccharose, Natrium, Nitrat, Sulfat, Gesamtschwefeldioxid, wasserlösliche Pektine, zentrifugierbare Pulpe, Prolin, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor. Das Oligosaccharidprofil wurde per Kapillar-GC bestimmt. Bei allen Produkten, bei denen der Vitamin-C-Gehalt ausgelobt wurde, prüften wir auf die natürliche Herkunft aus der Frucht per IRMS.

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