Um den Technologietransfer unter den Unternehmen zu beschleunigen, gibt es seit Februar eine Lizenzbörse im Internet. Auf den Seiten von Yet2.com (ausgesprochen wie "yet to come": in etwa "kommt bald") bieten namhafte Unternehmen wie Boeing oder Procter & Gamble, aber auch Garagentüftler Lizenzen für Technologien an, die sie selbst nicht oder nur unzureichend vermarkten können.

Wenn beispielsweise die Forschungsabteilung eines Waschmittelherstellers eine Formel entwickelt, die hervorragend für Brillenputztücher geeignet ist, wird der Waschmittelhersteller einen Hersteller von Brillenputztüchern suchen, der die Formel wirtschaftlich verwerten kann. Das für ihn selbst unnötige Nebenprodukt seiner Forschungsabteilung bringt ihm dann Lizenzgebühren. Der Markt der Technologielizenzen wird derzeit auf 105 Milliarden Dollar geschätzt, Tendenz: stark steigend. Während nach Angaben von Yet2.com es bislang im Durchschnitt 12 bis 18 Monate dauerte, einen Abnehmer für eine Lizenz zu finden, soll das Internet-Angebot die Partnersuche nun erheblich beschleunigen.

Bislang kamen solche Geschäfte meist durch persönliche Kontakte zustande und blieben innerhalb der eigenen Branche. Durch das Internet kann man sich nun leicht branchen- und länderübergreifend einen Eindruck vom Angebot verschaffen. Aus Deutschland bieten unter anderem Siemens, Porsche, BASF und der Pharmakonzern Ciba Lizenzen auf den Seiten von Yet2.com an.

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