Kinderfrühstück

Natürlich kann kein Lebensmittel die Noten speziell in Mathematik, Deutsch oder Englisch verbessern. Aber ein solides Frühstück kann dazu beitragen, dass es in der Schule besser klappt.

In manchen Klassenzimmern müsste der morgendliche Lärm eigentlich von knurrenden Mägen kommen. Denn immerhin 25 Prozent der Schüler gehen ohne Frühstück aus dem Haus. Und fünf Prozent greifen nicht einmal zum Pausenbrot ­ bis zum Mittagessen bleibt ihr Magen leer. Fürs Lernen ist das nicht gut.

Wer aufs Frühstück verzichtet, verlängert die nächtliche Fastenzeit. Und das beeinflusst den Stoffwechsel ebenso wie das zentrale Nervensystem, das auch fürs Köpfchen zuständig ist. Besonders die Kinder sind davon betroffen, weil sie geringere Speicherkapazitäten für Nährstoffe haben. Mehrere nicht zu große Mahlzeiten gut über den Tag verteilt -­ das sorgt für einen regelmäßigen Nachschub an allem, was man braucht. Und es hilft auch, gut über die Runden zu kommen, ohne allzu müde zu machen. Das Sprichwort hat Recht: Ein voller Bauch studiert nicht gern ­ ein leerer Magen aber auch nicht.

Ernährungsexperten drücken das so aus: Durch regelmäßige Mahlzeiten werden die Verdauungsorgane weniger beansprucht und die Blutzuckerkurve schwankt nicht so stark. Ein mäßiger Anstieg des Blutzuckers (Glukose) ist gut für eine Reihe von Gehirnfunktionen wie Gedächtnis und Lernfähigkeit. Und das bewirken vor allem Kohlenhydrate, die nicht süßen (Stärke), die in allen Getreideprodukten, aber auch in Kartoffeln oder Gemüse stecken, ebenso wie die süßen Zucker. Ein Freibrief für Süßes ist das aber nicht -­ denn zu viel Glukose kann den Effekt mindern.

Was ein vernünftiges Frühstück für die Schule bringt, ist vor allem in den USA immer wieder untersucht worden. Besonders unter- oder fehlernährte Kinder waren ohne Frühstück schlechter in der Schule. Verschiedene Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests liefern ­ so das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund ­ aber auch Hinweise darauf, dass sich gut ernährte Kinder mit Frühstück wacher und leistungsfähiger zeigen.

Was aber ist ein vernünftiges Frühstück? Das ist eines mit allen wesentlichen Nährstoffen in ausgewogenen Mengen. Manche kommen aber morgens so langsam auf Touren, dass sie mal gerade ein Glas Milch schaffen. Einen Morgenmuffel zum üppigen Frühstück zwingen zu wollen, ist verlorene Liebesmüh. Besser, er holt das in der Pause richtig nach.

Insgesamt sollte man für das erste und das zweite Frühstück zusammen gut ein Drittel des täglichen Kalorienbedarfs rechnen. Das macht für sieben- bis neunjährige Jungen beispielsweise rund 700 Kilokalorien, für 13- bis 14-jährige schon fast 1.000. Mädchen brauchen 10 bis 15 Prozent weniger. Hier einige Vorschläge des Forschungsinstituts für Kinderernährung:

• Für Morgenmuffel. Eine Tasse Kakao mit (Vollkorn-)Toast ohne Butter, in der Pause ­ je nach Alter ­ zwei bis zweieinhalb Scheiben Vollkornbrot mit Margarine, Käse und Gurke. Oder: Joghurt mit Obst und Knäckebrot, später zwei Scheiben Brot mit Leberwurst, Salat plus Tomate.

• Für Frühstarter. Zwei bis zweieinhalb Scheiben Vollkornbrot mit Nussnougatcreme, Joghurt und Obst, später ­- je nach Alter -­ ein bis anderthalb Scheiben Vollkornbrot mit Frischkäse oder gekochtem Schinken, Tomate oder Gurke, ein Apfel.

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