Zu wenig Netto durch ein falsches Häkchen

Finanztest-Redak­teurin Anja Harden­berg (41) mit Sohn Levi (8):

Mein Gehalt schrumpfte. 41,42 Euro weniger Netto im Monat. Erst bei genauem Lesen meiner Gehalts­abrechnung fiel es mir auf. Plötzlich war ich in Steuerklasse I, in der Single-ohne-Kind-Klasse, und musste mehr Steuern zahlen. Dabei habe ich einen Sohn, den ich allein erziehe. Der Fehler versteckte sich in einem winzigen Käst­chen auf der Abrechnung und schleppte sich bereits durch fünf Monats­gehälter. Doch wie kam er dahin?

Als getrennt­lebende Mama rechnete mich mein Arbeit­geber schon jahre­lang mit Steuerklasse II ab. Daher kam mir der einge­arbeitete Entlastungs­betrag für Allein­erziehende von 1 308 Euro zugute, sodass Lohn­steuer und Soli nied­riger waren. Doch nach der Scheidung sollte ich in Steuerklasse I sein?

Melde­daten wie den Familien­stand über­mitteln die Gemeinden auto­matisch an die zentrale Daten­bank der Finanz­ämter. Und die stellt tatsäch­lich im Jahr nach einer Scheidung auto­matisch auf Steuerklasse I um. Mein Arbeit­geber rief die neuen Daten elektronisch ab und rechnete damit.

Steuerklasse II musste ich neu beantragen und dem Finanz­amt glaubhaft versichern, dass ich allein lebe.

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