Ab Juli bleibt vom Gehalt etwas mehr übrig. Mit Freibeträgen und Extras vom Chef können viele noch mehr rausholen und Abgaben sparen.

Ab Juli haben die meisten etwas mehr von ihrem Gehalt, weil der Beitrag für die gesetzlichen Krankenkassen von 15,5 auf 14,9 Prozent sinkt. Dadurch hat ein Arbeitnehmer mit 2 000 Euro Bruttolohn 6 Euro mehr im Monat. Denselben Betrag spart auch sein Arbeitgeber.

Viele Arbeitnehmer können ihre monatliche Steuerlast zudem mit einem Freibetrag auf der Steuerkarte drücken. Und sie sparen zusammen mit dem Chef Steuern und Sozialabgaben, wenn er ihnen statt einer Gehaltserhöhung Extras wie Mahlzeiten oder einen Rückenkurs spendiert.

Etwas Gutes für die Mitarbeiter

Ganz neu auf der Liste der abgabenfreien Extras, die der Chef spendieren kann, ist der Gesundheitszuschuss. Bis zu 500 Euro im Jahr kann der Chef für die Gesundheitsvorsorge jedes Mitarbeiters ausgeben. Auf diesen Betrag fallen weder Steuern noch Sozialabgaben an.

Die Steuerfreistellung gilt nicht nur für Gesundheitsmaßnahmen im Betrieb. Der Arbeitgeber kann auch die Gebühren für Kurse außerhalb des Betriebs erstatten – allerdings keine Mitgliedsbeträge an Sportvereine und Fitnessstudios. Gewährt er die „steuerfreie Sonderleistung zur Gesundheitsförderung“ zusätzlich zum regulären Gehalt, muss das Finanzamt alles anerkennen, was auch die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen dürfen. Zum Beispiel:

  • Rückentraining, Massagen,
  • Yoga, Entspannungskurse, Thai-Chi, Qi-Gong, autogenes Training,
  • Ernährungsberatung,
  • gesunde Verpflegung am Arbeitsplatz,
  • Training zur Konfliktbewältigung,
  • Raucherentwöhnungskurse.

Schon bisher waren betriebliche Gesundheitsleistungen steuerfrei. Doch es gab oft Streit mit dem Finanzamt. Wenn die Behörde neben den beruflichen auch private Vorteile unterstellte, verlangte sie im Nachhinein Lohnsteuer. Das kann jetzt bis zum 500-Euro-Betrag nicht mehr passieren.

Nur wenn Chefs mehr als 500 Euro im Jahr je Mitarbeiter ausgeben, müssen sie darauf achten, dass es eine rein betriebliche Gesundheitsförderung ist. Dazu zählen auf jeden Fall ein Rückentraining im Betrieb und Massagen am Computerarbeitsplatz, weil damit Berufskrankheiten vorgebeugt wird und es weniger Fehlzeiten gibt. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden (Az. VI B 78/06 und Az. VI R 177/99).

Tipp. Werden Sie selbst aktiv und fragen Sie Ihren Chef, ob er sich an den Kosten für einen Gesundheitskurs beteiligt. Welche Kurse begünstigt sind, erfahren Sie bei den gesetzlichen Krankenkassen. Die Kassen unterstützen übrigens auch Arbeitgeber bei der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Wenn Sie die Kursgebühr mit Rechnung und Teilnahmebescheinigung nachweisen, kann der Chef problemlos bis zu 500 Euro im Jahr ersetzen. Oder brauchen Sie eher einen Zuschuss für die Kosten der Kita Ihres Kindes? Kein Problem. Auch ein solcher Zuschuss vom Chef ist steuer- und sozialabgabenfrei (siehe Tabelle „Viele attraktive Extras zum Gehalt 2009“).

Mitarbeiter am Gewinn beteiligen

Seit Januar können Chefs ihre Mitarbeiter auch mit Vergünstigung am Gewinn der Firma teilhaben lassen, indem sie einen Mitarbeiterbeteiligungsfonds gründen.

Anteile, die der Chef allen Mitarbeitern verbilligt oder kostenlos überlässt, sind bis zu 360 Euro im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei. Bedingung ist, dass er die Anteile freiwillig zusätzlich zum Lohn spendiert. Die Beteiligung darf außerdem nicht auf künftige Lohnansprüche oder Sonderzahlungen angerechnet werden.

Im Jahr 2009 bekommen auch Mitarbeiter die Vergünstigung, die Belegschaftsaktien zum Vorzugspreis kaufen. So errechnet sich der Vorteil für einen Angestellten der in diesem Jahr 20 Aktien kauft:

360 Euro steuerfrei sparen

Börsenwert der gekauften Aktien
20 Aktien x 50 Euro: 1 000 Euro
– Verbilligter Kaufpreis für Mitarbeiter
20 Aktien x 30 Euro: 600 Euro
Geldwerter Vorteil: 400 Euro
– Steuer-/sozialversicherungsfrei: 360 Euro
Steuer- und sozialabgabenpflichtig: 40 Euro

Tipp. Nutzen Sie zusätzlich vermögenswirksame Leistungen vom Chef. Das Geld können Sie auch in Bausparverträgen oder anderen attraktiven Geldanlagen anlegen.

Ohne den Chef Steuern sparen

Ganz ohne Hilfe des Chefs senken Arbeitnehmer mit einem Freibetrag auf ihrer Steuerkarte ihre monatliche Steuerlast.

Ein Freibetrag steht jetzt vielen zu, weil der Weg zur Arbeit wieder ab dem ersten Kilometer zählt. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Zum Beispiel bekommen Arbeitnehmer 1 357 Euro Freibetrag, die an 230 Arbeitstagen 33 Kilometer einfache Strecke zur Arbeit fahren:

68 Euro mehr Netto ab Juli 2009

33 Entfernungskilometer zur Arbeit
x 230 Arbeitstage x 30 Cent: 2 277 Euro
– Arbeitnehmerpauschbetrag: 920 Euro
Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte: 1 357 Euro

Anteiliger Freibetrag pro Monat ab Juli:
1 357 Euro verteilt auf 6 Monate: 226 Euro
Monatliches Gehaltsplus ab Juli bei 30 Prozent Grenzsteuersatz: 68 Euro

Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen bringen aber nur dann einen Freibetrag, wenn mindestens 600 Euro an Ausgaben zusammenkommen (siehe Tabelle „Freibetrag auf der Steuerkarte 2009“).

Die meisten Posten zählen vom ersten Euro an mit. Versicherungsbeträge fallen allerdings unter den Tisch. Von den Betreuungskosten für Kinder geht vorher ein Drittel als Selbstbeteiligung ab. Von den anderen Werbungskosten werden 920 Euro Arbeitnehmerpauschbetrag abgezogen.

Ausgaben für Handwerker und Dienstleister im Haushalt bringen immer einen Freibetrag – ohne die 600-Euro-Grenze.

Die Chancen auf einen Freibetrag stehen gut, der Aufwand ist gering: Es gilt nur den zweiseitigen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung beim Finanzamt zu stellen und schon gibts jeden Monat mehr Geld.

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