Die besten abgabenfreien Extras zum Gehalt 2012

Steuerfreie Extras vom Chef wie Restaurantschecks oder Personalrabatte sind beliebt. Jetzt können Chefs auch viel einfacher Tank- und Warengutscheine anbieten. Der Bundesfinanzhof hat die alte komplizierte Verfahrensweise endgültig gekippt.

Geldwerte Extras

Vorteile bei der Steuer und Sozialversicherung

Hinweise

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Vorteile bei der Steuer und Sozialversicherung

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Benzin- und Warengutscheine, die Arbeitnehmer bei einem Dritten einlösen

Ganz neu sind jetzt die Regeln für die Waren- und Benzingutscheine. Begünstigt sind Fälle, in denen der Chef den Mitarbeitern einen Warengutschein oder einen Geldgutschein oder Geldbetrag zum Erwerb von Waren übergibt oder die Kosten für den Erwerb von Waren erstattet. Art und Menge der Sache oder Ware wie Benzin müssen nicht mehr konkret bezeichnet sein (Bundesfinanzhof Az. VI R 21/09, VI R 40/10, VI R 41/10).

Überholt ist somit die alte Regel, nach der Gutscheine bis 44 Euro im Monat nur dann begünstigt waren, wenn die Ware oder Dienstleistung konkret bezeichnet wurde und kein Euro-Betrag angegeben war.

Vorteil: Sachbezüge im Wert von insgesamt maximal 44 Euro im Monat je Mitarbeiter sind steuer- und sozialabgabenfrei.

Wichtig ist, dass der Arbeitnehmer selbst begünstigt ist und der Chef festgelegt hat, dass er den Gutschein nur gegen Waren und niemals gegen Bargeld einlösen kann. Bedingung ist auch, dass der Arbeitnehmer auf den Vorteil arbeitsvertraglich einen Anspruch hat. Dann kann der Chef zum Beispiel dem Arbeitnehmer eine Tankkarte oder einen Gutschein für 44 Euro übergeben oder ihm die Kosten für das Benzin erstatten.

Warengutscheine, die Arbeitnehmer beim Arbeitgeber einlösen

Gutscheine, die Mitarbeiter für Waren des Arbeitgebers einlösen dürfen, zählen bis zu einer bestimmten Grenze als Sachbezug.

Vorteil: Entweder kann die steuer- und sozialabgabefreie 44-Euro-Grenze für Sachbezüge genutzt werden oder der Personalrabattfreibetrag, nach dem bis zu 1 080 Euro im Jahr steuer- und sozialabgabenfrei sind.

Steuerlich zählt der Zeitpunkt, an dem Mitarbeiter den Gutschein tatsächlich einlösen.

Essensgutscheine, Menü- und Restaurantschecks

Essenschecks sind im Wert bis zu 5,97 Euro pro Arbeitstag begünstigt. Die ersten 2,87 Euro sind abgabepflichtig, der Betrag darüber abgabenfrei.

Vorteil: Je Arbeitstag in der Betriebsstätte ist der Betrag zwischen 2,87 Euro und maximal 5,97 Euro steuer- und sozialabgabenfrei.

Alternative: Der Chef versteuert die ersten 2,87 Euro pauschal mit 25 Prozent, dann ist der ganze Betrag von 5,97 Euro sozialabgabefrei und die Differenz zwischen 2,87 und 5,97 Euro steuerfrei.

Begünstigt sind nur Essenmarken und -schecks für Arbeitstage, an denen Arbeitnehmer im Betrieb sind. Alternativ gibt es eine Vereinfachung: Der Chef muss die Abwesenheit der Arbeitnehmer nicht kontrollieren, wenn er pro Arbeitnehmer höchstens 15 Essenmarken pro Monat ausgibt.

Computer inklusive Zusatzgeräte, Software, Fax, Internet und Handy

Überlässt der Chef die Technik Arbeitnehmern leihweise zur privaten Nutzung, ist der Vorteil steuer- und sozialabgabenfrei. Grenzen gelten, wenn der Arbeitgeber Arbeitnehmern die Ausrüstung schenkt.

Vorteil: Verschenkt der Arbeitgeber zum Beispiel einen Computer, werden darauf statt Lohnsteuern pauschal nur 25 Prozent Steuer fällig. Außerdem ist der geschenkte Wert sozialversicherungsfrei.

Aufpassen müssen Chefs, wenn sie Arbeitnehmern Software zur privaten Nutzung daheim überlassen. Derzeit verlangt das Finanzamt auf den geldwerten Vorteil (96 Prozent des Marktpreises der Software) Lohnsteuer. Es wird aber diskutiert, ob die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge gelten darf.

Gesundheitsförderung im Betrieb und außerhalb des Betriebs

Begünstigt sind betriebliche Gesundheitsmaßnahmen und alle Kurse, die von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert werden wie Rückenschulen, Kurse zu Ernährung oder Stressbewältigung.

Vorteil: Bis zu 500 Euro im Jahr sind pro Mitarbeiter steuer- und sozialabgabenfrei.

Begünstigt ist der Zuschuss, wenn Mitarbeiter ihn anstelle einer freiwilligen Gehaltserhöhung oder Sonderzahlung vom Chef erhalten.

Kindergartenzuschüsse für Kinder, die nicht schulpflichtig sind

Begünstigt sind Zuschüsse vom Chef für die Unterbringung, Unterkunft, Verpflegung und Betreuung von Kindern, die noch nicht zur Schule gehen – zum Beispiel Zuschüsse zu Ausgaben für die Tagesmutter.

Vorteil: Der volle Zuschuss ist steuer- und sozialabgabenfrei – auch wenn die Belege auf den Namen des Ehepartners oder Lebensgefährten lauten, der nicht bei dem Arbeitgeber beschäftigt ist, der den Zuschuss gewährt.

Begünstigt ist der Zuschuss, wenn Mitarbeiter ihn anstelle einer freiwillige Gehaltserhöhung oder Sonderzahlung erhalten. Sie sollten aber prüfen, wie viel Abgaben sie sparen. Alternativ kann der Abzug der Kinderbetreuungskosten in der Steuererklärung für sie günstiger sein. Anerkannt sind als Sonderausgaben zwei Drittel von bis zu 6 000 Euro im Jahr, aber ohne Kosten für Unterkunft und Verpflegung.