Checkliste: Jeden Monat wieder: So verstehen Sie Ihre Gehaltsabrechnung

Die monatliche Gehaltsabrechnung birgt einen Wirrwarr aus Begriffen, Abkürzungen und Zahlen. Die folgende Checkliste nennt wichtige Posten Ihrer Abrechnung. Je nach Arbeitgeber können sie allerdings unter unterschiedlichen Bezeichnungen auftauchen:

  • Gesamtbrutto: Auf der Gehaltsabrechnung finden Sie die Information, welche Leistungen Ihr Arbeitgeber für Sie insgesamt erbracht hat. Dazu zählen neben dem vertraglich vereinbarten Bruttogehalt besondere Leistungen wie Überstundenzuschläge oder Sachbezüge wie ein Jobticket.
  • Steuerbrutto: Es gibt an, welchen Betrag von den gesamten Leistungen Sie beim Finanzamt abrechnen müssen. Ein Zuschuss des Arbeitgebers zum Jobticket (bis 44 Euro) oder Beiträge, die er zu Ihrer Altersvorsorge beisteuert, bleiben hier außen vor. Das Steuerbrutto kann Ihrem monatlichen Bruttogehalt entsprechen. Wenn Sie jedoch auf Ihrer Steuerkarte Freibeträge haben, ist das Steuerbrutto auf jeden Fall niedriger.
  • Lohnsteuer: Der Arbeitgeber ermittelt mithilfe von Lohnsteuertabellen, wie viel Lohnsteuer er für Ihr Steuerbrutto abführen muss. Zusätzlich werden Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent der Steuer) und eventuell Kirchensteuer (je nach Bundesland 8 oder 9 Prozent der Lohnsteuer) fällig.
  • Gesetzliche Krankenversicherung: Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, zahlen Sie für Ihr Einkommen einen Prozentsatz, den Ihre Krankenkasse festgelegt hat. Im Durchschnitt liegt der Beitragssatz etwa bei 13 Prozent. Sie und Ihr Arbeitgeber teilen sich diesen Satz, sodass an Ihnen 6,5 Prozent hängenbleiben. Als Arbeitnehmer zahlen Sie zusätzlich einen Zuschlag von 0,9 Prozent. Rechengrundlage ist Ihr monatliches Bruttogehalt. Liegt es 2008 über der Beitragsbemessungsgrenze von 3 600 Euro im Monat (43 200 Euro im Jahr), zahlen Sie Beiträge nur bis zu dieser Grenze.
  • Private Krankenversicherung: Als privat Versicherter finden Sie auf der Abrechnung die Information, wie viel Ihr Arbeitgeber zur Versicherung dazuzahlt. Sie können sich privat versichern, wenn Sie über 48 150 Euro im Jahr verdienen.
  • Pflegeversicherung: Für die gesetzliche Pflegeversicherung teilen Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber den Beitrag von 1,7 Prozent (ab Juli 1,95 Prozent) Ihres Einkommens. Kinderlose zahlen 0,25 Prozent extra. Es gilt die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung. Wenn Sie privat krankenversichert sind, sind Sie auch privat pflegeversichert. Ihr Beitrag entspricht dem Maximalbeitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung.
  • Rentenversicherung: Mit Ihrem Arbeitgeber teilen Sie sich den Rentenversicherungsbeitrag von 19,9 Prozent Ihres Einkommens. Es sei denn, Ihr Einkommen liegt über 5 250 Euro im Monat (63 000 Euro im Jahr) in den alten Bundesländern oder über 4 500 Euro im Monat (54 000 Euro im Jahr) in den neuen Bundesländern. Dann zahlen Sie beide den Beitragssatz nur bis zu dieser Bemessungsgrenze.
  • Arbeitslosenversicherung: Der Beitragssatz beträgt nun 3,3 Prozent. Es gelten die Beitragsbemessungsgrenzen wie bei der Rentenversicherung.
  • Nettoverdienst: Er ergibt sich, wenn vom gesamten Bruttoeinkommen alle steuerlichen Abzüge und alle Sozialversicherungsbeiträge abgezogen sind.

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