Geförderte Alters­vorsorge Special

Riester, Rürup, Betriebs­rente – dafür gibt es viel Geld vom Staat. Viele Vorsorgesparer können noch bis kurz vor Jahres­ende dafür sorgen, dass sie die volle Förderung mitnehmen und nichts verschenken. Lesen Sie hier, welche Last-Minute-Maßnahmen Ihnen mehr Geld bringen.

Das Weih­nacht­geld fürs Riestern nutzen

Viele Arbeitnehmer können sich im November auf eine Extrazahlung freuen: Mit dem Gehalt kommt auch das Weihnachts­geld aufs Konto. Vor allem Riester-Sparer sollten jetzt prüfen, ob sie einen Teil davon in ihre Alters­vorsorge stecken, um die maximale staatliche Förderung zu erhalten. Auch wer eine betriebliche Alters­vorsorge oder einen Rürup-Vertrag hat, kann über­legen, ob er in diesem Jahr noch etwas für den Ruhe­stand zurück­legt.

Rürup, Riester, Betriebs­rente – die wichtigsten Tipps

Riester-Rente. Zahlen Sie in Ihren Riester-Vertrag so viel ein, dass Sie die vollen staatlichen Zulagen erhalten. Sonst lohnt sich Riestern nicht. Dafür müssen Sie mindestens 4 Prozent Ihres renten­versicherungs­pflichtigen Einkommens über­weisen. Über­prüfen Sie jetzt Ihre Raten: Entscheidend ist das Gehalt aus dem Vorjahr, das in der Jahres­meldung 2017 zur Sozial­versicherung steht. Anfang 2018 haben Sie eine Kopie vom Arbeit­geber bekommen. Die volle Grund­zulage beträgt 175 Euro. Für vor 2008 geborene Kinder gibt es 185 Euro Zulage, für ab 2008 geborene je 300 Euro.

Betriebs­rente. Beim Sparen für Ihre Betriebs­rente hilft der Staat mit einem Nach­lass auf Steuern und Abgaben. Die Vergüns­tigung gilt derzeit für maximal 6 240 Euro Jahres­beitrag. Mindestens 15 Prozent der regel­mäßigen Einzahlungen sollte Ihr Chef über­nehmen. Sonst lohnt sich betriebliche Vorsorge nicht, weil später volle Sozial­abgaben und Steuern fällig werden.

Rürup-Rente. Extrazah­lungen lohnen nur, wenn für sie die Zinsen bei Vertrags­schluss gelten und nicht der heutige Garan­tiezins von 0,9 Prozent. 2018 können Sie steuerlich 86 Prozent Ihrer Beiträge als Sonder­ausgaben geltend machen. Die Rente müssen Sie aber später voll oder teil­weise versteuern – je nach Renten­beginn. Eine Alternative können wegen der derzeit nied­rigen Zinsen freiwil­lige Beiträge für eine gesetzliche Rente sein.

Kein Riester-Geld verschenken

Mehr als 46 Prozent der Riester-Sparer verschenken bares Geld. Denn sie sparen übers Jahr zu wenig. Die volle Förderung fürs Riestern – ganz gleich, ob Renten­versicherung, Fonds- oder Bank­sparplan oder Wohn-Riester – bekommt nur, wer 4 Prozent seines renten­versicherungs­pflichtigen Brutto­einkommens aus dem Vorjahr in den Vertrag steckt, inklusive der staatlichen Zulagen. Wie viel das für 2017 ist, lässt sich anhand der Jahres­meldung zur Sozial­versicherung ausrechnen. Wer noch nicht voll einge­zahlt hat, kann seinen Eigenbeitrag bis zum 31. Dezember 2018 aufstocken (siehe Rürup, Riester, Betriebs­rente - die wichtigsten Tipps, oben). Eine solche Sonderzahlung auf den laufenden Vertrag ist in der Regel kein Problem.

Beispiel-Rechnung Riester: Im Jahr 2017 hat ein Riester-Sparer 30 000 Euro verdient. 4 Prozent davon sind 1 200 Euro. Abzüglich der Grund­zulage von 175 Euro muss er im Jahr 2018 an seinen Riester-Anbieter 1 025 Euro über­weisen. Erhält der Sparer zusätzlich noch zwei Kinder­zulagen von je 300 Euro, betragen die Zulagen insgesamt 775 Euro und er müsste nur 425 Euro Eigenbeitrag einzahlen.

Ab 25 Jahren entfällt Kinder­zulage

Fließen in einem Jahr weniger als 4 Prozent in den Riester-Vertrag, kürzt die Zentrale Zulagen­stelle für Alters­vermögen (ZfA) die Zulagen. Landen zum Beispiel auf einem Vertrag statt 4 nur 2 Prozent des Einkommens, über­weist die ZfA nur 50 Prozent der Zulagen. Ein Sparer ohne Kinder bekäme dann statt 175 Euro nur 87,50 Euro Grund­zulage im Jahr. Mit zwei Kindern wären es statt 775 Euro nur 387,50 Euro Zulagen. Wenn ein Kind 2017 25 Jahre alt geworden ist, gibt es kein Kinder­geld mehr und dann fällt auch die Kinder­zulage weg. Der Riester-Sparer muss den Vertrag mit eigenem Geld auffüllen.

Es gibt aber Ausnahmen von der Förderregel: Sparer, die nichts oder wenig verdienen, müssen im Jahr mindestens 60 Euro über­weisen, auch wenn das für sie mehr als 4 Prozent sind. Gutverdiener, die mehr als 52 500 Euro im Jahr verdienen, können sich das Rechnen ebenfalls sparen. Sie über­weisen einfach den Förderhöchst­betrag im Jahr. Das sind 2 100 Euro, gekürzt um die Zulage. Auch wenn das weniger als 4 Prozent sind, wird die volle Zulage gutgeschrieben.

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Riester-Förderung allein lohnt sich

Die staatliche Förderung kann selbst schlappe Anbieterrenditen aufpeppen. Auf eine Rendite von 2,2 Prozent allein durch die Zulagen kommt zum Beispiel ein Sparer mit einem Jahres­einkommen von 30 000 Euro, wenn er zehn Jahre lang seinen vollen Eigenbeitrag zahlt. Diese Rendite ist unabhängig davon, wie gut sein Anbieter wirt­schaftet. Riestert der Sparer 30 Jahre und bekäme während dieser Zeit auch noch für 17 Jahre zwei Kinder­zulagen von je 300 Euro, läge die Zula­genrendite sogar bei 3,7 Prozent. Die staatlichen Zulagen müssen Sparer bei ihrem Anbieter beantragen – ohne Dauer­zulagen­antrag jedes Jahr aus Neue.

Für Riester-Sparer locken Steuer­vorteile

Außerdem locken Steuer­vorteile. Sparer, die ihre Beiträge als Sonder­ausgaben in ihrer Steuererklärung geltend gemacht haben, bekamen dafür 2014 im Schnitt 239 Euro vom Finanz­amt zurück, so das Bundes­finanz­ministerium. Neuere Zahlen gibt es nicht. Auch hier gilt: Die volle Steuer­entlastung gibt es nur für Riester-Sparer, die genug einzahlen.

Höhere Einzahlung bei Betriebs­rente

Auch wer mit einem Betriebs­renten­vertrag fürs Alter spart, kann jetzt noch Extrageld über­weisen. Seit 2018 gelten hier neue Förderregeln: Arbeitnehmer können nun doppelt so viel wie bisher in ihre betriebliche Alters­vorsorge einzahlen: Der steuerfreie Höchst­beitrag ist von 4 auf nun 8 Prozent der Beitrags­bemessungs­grenze der gesetzlichen Renten­versicherung (West) gestiegen. Ein Arbeitnehmer kann 2018 also 6 240 Euro steuerfrei investieren. Zudem muss er auf die Hälfte dieses Betrags, also auf 3 120 Euro, keine Sozial­abgaben zahlen.

Bis Jahres­ende ist zusätzlich eine Einmalzahlung in beliebiger Höhe möglich. Allerdings lohnt es sich nur, mehr Geld in eine Betriebs­rente zu stecken, wenn der Arbeit­geber ein gutes Angebot ausgewählt hat – und er seine Beschäftigten bei der betrieblichen Alters­vorsorge unterstützt. Sonst fressen Steuern und Abgaben auf die Rente die Vorsorgeför­derung nahezu auf. Ab dem Jahr 2022 ist ein Zuschuss von mindestens 15 Prozent des regel­mäßigen Beitrags für alle Arbeit­geber sowieso Pflicht.

Rürup: Vorsorge für Selbst­ständige

Selbst­ständige können keine betriebliche Alters­vorsorge abschließen und in der Regel auch nicht riestern. Deshalb kommt für sie die Rürup-Rente infrage, die dritte Form der staatlich geförderten Alters­vorsorge. Hier winken nur Steuer­vorteile und davon profitieren vor allem Gutverdiener. Auch Rürup-Sparer können zum Jahres­ende noch Geld einzahlen, um ihren Vertrag aufzufüllen und so auch Steuern zu sparen. 2018 lassen sich maximal 23 712 Euro als Beitrag für die Rürup-Rente von der Steuer absetzen. 86 Prozent dieser Summe, also 20 392 Euro, erkennt das Finanz­amt als Sonder­ausgaben an.

Doch Achtung: Zuzah­lungen in eine klassische Rürup-Renten­versicherung lohnen sich nicht, wenn sie nur mit dem jetzt geltenden Garan­tiezins von 0,9 Prozent verzinst werden. Nur wer auch für Extrazah­lungen den bei Vertrags­abschluss geltenden höheren Zins bekommt, sollte hier extra investieren. Eine Alternative für Selbst­ständige sind freiwil­lige Einzahlungen in die gesetzliche Renten­versicherung. Bis zu 14 508 Euro Beitrag können sie 2018 einzahlen. Zeit­druck gibt es dabei nicht. Der Beitrag für 2018 kann bis Ende März 2019 einge­zahlt werden.

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