Gefälschte Arzneimittel Meldung

Dem Bundeskriminalamt sind in Deutschland zwar erst relativ wenige Arzneimittelfälschungen bekannt geworden, doch die Dunkel­ziffer ist groß.

Derzeit sind weltweit bis zu 8 Prozent der Medikamente gefälscht. In einzelnen Ländern, so in asiatischen, liegt der Anteil sogar bei 80 Prozent. Auch in Deutschland treten Betrugsfälle auf. Reimporte von Pharmaka und der Handel im Internet erleichtern Tätern die Arbeit.

Gefälschte Arzneimittel sind im besten Fall perfekte Imitate des Originalpräparats – mit denselben Inhaltsstoffen. Die Mittel enthalten aber meist falsche, falsch dosierte oder gar keine Wirk­stoffe, sind mit geändertem Haltbarkeitsda­tum gekennzeichnet oder mit verän­derten Packungs­beila­gen ver­­sehen. In Deutschland ist das Risiko für Verbraucher noch relativ gering, nimmt aber zu. Schwerpunkt des Betrugs sind viele Länder Afrikas und Asiens.

Oft werden Wirkstoffe durch andere Substanzen ersetzt. So starben in Nigeria über 100 Kinder an Hustensaft, der mit giftigem Lösungsmittel versetzt war, in Niger wurde ein Meningitis-Medi­kament entdeckt, das nur Wasser enthielt. Aus China kamen (pflanzliche) Mittel ins Land, die undeklariert stark wirksa­me Kortikoide oder synthe­tische Östro­ge­ne enthielten. Antibiotika sind bei Fälschern beson­ders beliebt, aber auch so ge­nannte Life­style­-Medi­ka­mente wie Vi­agra oder Schlank­heits­pillen. Über das Internet können Ver­brau­cher auch in Deutsch­land an Fälschungen gelan­gen. Sie haben, wenn diese nicht allzu primitiv ausfallen, kaum eine Chance, den Betrug zu entdecken. Also Finger weg vom Internet bei nicht klar deklarierten Versandapothe­ken.

Tipp: Nehmen Sie auf Fernreisen Medikamente mit.

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