Die Mark ist weg, der Euro da, das Geschäft mit Gedenkmünzen boomt. Wer kaufen will, muss aber aufpassen. Gepriesene Schnäppchen sind oft keine. So warb die Hamburger Firma Emporium für die goldene DM-Münze der Deutschen Bundesbank mit nebulösen Preisangaben. Statt eines Betrags war in Anzeigen unter „Preis“ zu lesen, dass die Münze den aktuellen Goldpreis (260 Mark) zuzüglich eines marktüblichen Aufschlags koste.

Der Hamburger Thomas Röbke schnitt den „Offiziellen Bezugsschein“ aus der Werbung und orderte eine Münze gemäß Vordruck „zum Ausgabepreis“. Die Münze kam, nur sollte Röbke nun 398 Mark zahlen. Verärgert ließ er die Münze zurückgehen und forderte eine für 260 Mark. Erfolglos. Mit „Ausgabe­preis“ sei nicht der Bundesbankpreis, sondern der von Emporium festgesetzte gemeint gewesen. Ärgerlich für Röbke: Während er auf die Münze gewartet hatte, war der Preis bereits überall gestiegen. Ein günstiger Kauf etwa bei einer Bank war nun unmöglich.

Erst nach zahlreichen Briefwechseln ­bekam Röbke zumindest die Zusage einer Münze für 289 Mark. Gegenüber ­Finanztest erklärte Emporium: „Grundsätzlich werben wir (...) mit einer klaren Preisaussage.“ Trotzdem bewirbt Emporium die neuen Euro-Goldmünzen wiederum ohne klare Preisangabe. Möglicherweise mit juristischem Nachspiel: Für die Werbetricks mit der Goldmark hat Emporium bereits eine Abmahnung vom Bundesverband der Verbraucherzentralen kassiert und verbindlich erklärt, die beanstandete Werbung nicht zu wiederholen.

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