Gebühren von ETF-Sparplänen Test

Ein ETF-Sparplan mit monatlich 200 Euro kostet meist zwischen 35 und 60 Euro pro Jahr. Es geht auch billiger oder sogar kostenlos – vor allem bei Direkt­banken.

Je geringer die Kosten eines Sparplans, desto höher ist am Ende die Rendite. Die Suche nach einer güns­tigen Bank macht sich für ETF-Sparer unmittel­bar bezahlt.

Finanztest hat die Sparplan­konditionen von 18 Direkt-, Filial- und Fonds­banken untersucht. Im güns­tigsten Fall gibt es ETF-Sparpläne sogar zum Null­tarif.

Vernünftig für den Vermögens­aufbau

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Podcast: Warum ETFs so gut sind.

ETF-Sparpläne sind ein vernünftiger Weg zum Vermögens­aufbau – nicht nur für unsere Pantoffel-Sparer. Die ETF-Sparpläne haben nied­rige laufende Kosten und ihre Entwick­lung hängt nicht von Entscheidungen eines Fonds­managers ab. Zu den laufenden Kosten kommen Gebühren für den Kauf der Anteile und ihre Verwahrung in einem Wert­papierdepot. Das sind Dienst­leistungen, die sich Banken bezahlen lassen. Anleger sollten ihre unterschiedlichen Preismodelle kennen, denn nur so finden sie den Anbieter, der für ihre gewünschte Sparrate am güns­tigsten ist. Die Depotführung ist bei Direkt­banken in der Regel kostenlos, für den Kauf der Fonds­anteile verlangen sie entweder eine prozentuale Gebühr, einen festen Betrag oder eine Kombination aus beiden.

Wir haben für unterschiedliche monatliche Sparraten ausgerechnet, wie viel Anleger für einen Sparplan pro Jahr zahlen müssen. Unschlagbar ist die Onvista Bank, die ETF-Sparpläne grund­sätzlich ohne Extra­kosten anbietet. Zum Stichtag unserer Unter­suchung war aber keiner dabei, der sich gut zur Umsetzung unseres Pantoffel-Sparplans eignet. Anders der Discount­broker Flatex, der eine riesige Sparplan­auswahl hat und für jede Ausführung unabhängig von der Höhe der Sparrate nur 0,90 Euro verlangt. Vor allem bei hohen Sparraten sind die jähr­lichen Kosten von 10,80 Euro ein Schnäpp­chen.

Die Gebühren

Bei Monats­raten von 50 Euro sind Anbieter mit prozentualen Gebühren meist die bessere Wahl als Banken, die einen festen Betrag nehmen. Je höher die Raten, desto stärker verkehrt sich das ins Gegen­teil.

Beispiel S Broker: Die Direkt­bank der Sparkassen kassiert für jede Sparplan­ausführung pauschal 2,5 Prozent des Spar­betrags. Damit zählt sie bei 50 Euro pro Monat zu den güns­tigeren Anbietern. Bei einer Monats­rate von 500 Euro ist der S Broker aufs Jahr gesehen dagegen die teuerste Bank im Test. Auch die ING-Diba ist mit pauschalen 1,75 Prozent pro Rate bei hohen Sparsummen wenig attraktiv. Interes­sant dabei, dass diese Bank die meisten ETF als Einmal­anlage im Direkt­handel sogar ohne Zusatz­kosten anbietet.

Großes Angebot bei Direkt­banken

Bei der Wahl der Bank gibt neben den Kosten das ETF-Angebot den Ausschlag. Für viele Anleger reicht es aus, wenn sie für ihren Pantoffel-Sparplan einen markt­breiten globalen Aktien-ETF und einen markt­breiten ETF für Euro-Staats­anleihen abschließen können. Das geht bei allen Banken in der Tabelle ETF-Sparpläne 6/2016 außer Commerz­bank und Wüstenrot Bank.

Börsen­interes­sierte Anleger, die sich aus verschiedenen Anla­geklassen und Märkten ein ETF-Depot bauen wollen, können bei Flatex und S Broker aus dem Vollen schöpfen. Sie haben mit fast 500 ETF-Sparplänen das größte Angebot unter den Direkt­banken. Bei der ansonsten empfehlens­werten Onvista Bank ist die Auswahl mit nur 41 Sparplänen dagegen bescheiden.

Die meisten Kunden von Geschäfts­banken müssen sich mit der ETF-Auswahl gar nicht näher befassen, da sie in ihrer Filiale über­haupt keinen ETF-Sparplan bekommen (Dürftiges Angebot bei Filialbanken).

Im güns­tigsten Fall kostenlos

Bei fast allen Direkt­banken gibt es dagegen ETF-Sparpläne auf den markt­breiten Aktien­index MSCI World ohne Kauf- und Depot­kosten. Das heißt, die komplette Sparsumme fließt direkt in die Fonds. Auch für einige Renten-ETF sind Sparpläne ohne Neben­kosten zu bekommen.

Wer heute einen kostenlosen Sparplan abschließt, sollte aber nicht davon ausgehen, dass dieser bis zum Ende kostenlos bleibt. Die Banken können die Konditionen kurz­fristig ändern, einige haben dies auch schon getan.

Deshalb sollte man eine Bank wählen, die auch außer­halb von Sonder­aktionen attraktive Preise bietet. Das ist bei den meisten Direkt­banken der Fall. Allerdings ist vor allem S Broker bei hohen Sparraten nicht günstig, während 1822direkt, DAB Bank, Maxblue und die Volks­wagen Bank bei einer 50-Euro-Rate recht hohe Kosten haben.

Auch mit kleinen Raten möglich

Wer monatlich nur ein paar Euro auf die Seite legen kann, findet kaum einen Anbieter für einen Pantoffel-Sparplan mit zwei ETF, bei dem auch die Erträge direkt ins Fonds­vermögen fließen oder sich kostenlos wieder­anlegen lassen. Bei der Comdirect Bank ist das für 50 Euro zu recht güns­tigen Konditionen möglich.

Bei der Internet-Fonds­platt­form Cominvest würden sogar schon 20 Euro pro Monat ausreichen, denn die Mindest­rate für einen Sparplan liegt bei 10 Euro. Empfehlen können wir diese Lösung Neukunden aber nicht, denn Sparer zahlen für die Verwahrung ihrer Fonds­anteile 26,90 Euro pro Jahr – im ersten Jahr sind das bei einem 20-Euro-Sparplan mehr als 10 Prozent des Spar­betrags.

Mit Pantoffeln nicht zum Vermittler

Für Anleger, die bereits Kunde eines Fondsvermittlers im Internet sind, ist es attraktiv, dort auch einen ETF-Sparplan abzu­schließen.

Finanztest empfiehlt Fonds­vermittler vor allem als güns­tige Einkaufs­quelle für aktiv gemanagte Fonds. Verwahrt werden die Fonds bei sogenannten Fonds­banken wie Augs­burger Aktien­bank oder Ebase.

Wer bereits ein Depot bei einer Fonds­bank hat, zahlt die Depot­kosten ohnehin und kann günstig zusätzlich einen ETF-Sparplan einrichten. Bei Ebase ist das sogar schon ab 10 Euro möglich.

Wenn man die jähr­lichen Kosten für das Fonds­depot heraus­rechnet, sind die Preise für die ETF-Sparpläne bei Fonds­banken mit 0,2 bis 0,4 Prozent der Sparsumme ausgesprochen günstig.

Reine ETF-Sparer sind unbe­liebt

Für Sparer, die ausschließ­lich auf ETF setzen wollen, eignen sich Fonds­vermittler weniger. Deren wichtigste Einnahme­quelle sind nämlich Bestands­provisionen, die aus dem Vermögen gemanagter Fonds abge­zweigt werden. Bei ETF sind Bestands­provisionen nicht üblich.

Viele Fonds­vermittler haben deshalb kein Interesse an Kunden, die nichts außer ETF kaufen wollen. Es kann sogar vorkommen, dass ein Vermittler die alleinige Einrichtung eines ETF-Sparplans ablehnt.

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