Gebühren für Sitzplatzreservierung Meldung

Sitzplatz ist nicht gleich Sitzplatz. Auf einem 12-stündigen Flug in der Economy-Klasse machen einige Zentimeter mehr Beinabstand schon einen großen Unterschied. Besonders beliebt sind daher Plätze direkt an den Türen oder Notausgängen. Das wissen auch die Fluggesellschaften und kassieren zum Teil ordentlich für Plätze mit Beinfreiheit.

Nur gegen Gebühr

Wer zeitig zwei Stunden vor Abflug zum Flughafen kommt, hat oft trotzdem keine Chance mehr auf einen guten Sitzplatz. Die attraktiven Plätze sind längst vergeben. Übrig bleiben meist nur noch unbeliebte Mittelplätze oder Sitzkombinationen, bei denen Kinder und Eltern weit von einander entfernt fliegen. Grund: Viele Fluggesellschaften verkaufen Sitzplatzreservierungen. Condor, LTU und Sun Express kassieren pro Person und Strecke 10 Euro. Air Berlin verlangt 8 Euro und Tuifly zwischen 4,99 und 7,99 Euro. Das geht ganz schön ins Geld: Eine vierköpfige Familie zahlt so bis zu 80 Euro zusätzlich für Hin- und Rückflug.

Teure XL-Sitze

Doch selbst wer diese Reservierungsgebühren zahlt, kommt noch nicht an die Plätze mit größerem Beinabstand an den Ausgängen heran. Diese so genannten XL-Seats kosten noch einmal extra: 15 Euro bei LTU auf Mittelstrecken. 20 Euro je Strecke bei Air Berlin, Tuifly und Condor auf Kurz- und Mittelstrecken. Sowie 60 Euro auf den Langstrecken von Condor und LTU.

Rabatt für Stammkunden

Etwas billiger geht es nur für Stammkunden der jeweiligen Fluggesellschaft. Beispiel Air Berlin: Wer im Jahr 20 000 Bonusmeilen erfliegt oder 50 Euro investiert, bekommt die silberne Top Bonus-Karte. Mit ihr sind unter anderem Sitzplatzreservierungen kostenlos, mehr Freigepäck inklusive und der XL-Sitz kostet nur 12 statt 20 Euro. Ähnliche Karten gibt es auch bei Condor, LTU sowie Tuifly.

Schneller an Bord

Etwas anders sieht es bei den Billigfliegern Easyjet, Germanwings und Ryanair aus: Hier herrscht freie Platzwahl. Wer zuerst eincheckt, darf auch zuerst an Bord und einen Platz auswählen. Doch auch mit diesem System lässt sich noch Geld verdienen: Je Flug verkauft Easyjet bis zu 20 „Speedy-Boarding-Tickets“. Diese kosten zwischen 3,75 und 11,25 Euro und berechtigen zum Einsteigen vor allen anderen Mitreisenden. Bei Ryanair kostet „Premium Boarding“ 3 Euro je Strecke.

Tipps

  • Vorabend Check-In. Bei einigen Fluggesellschaften können Sie bereits am Vorabend am Flughafen oder im Internet einchecken. Dann haben Sie meist noch eine breite Auswahl freier Plätze und sparen sich die Reservierungsgebühr.
  • Babybonus. Reisende mit Kleinkindern sowie Reisende mit eingeschränkter Mobilität brauchen nichts für die Sitzplatzreservierung zu bezahlen. Entweder ist die Reservierung für sie kostenlos oder sie dürfen vor den übrigen Passagieren einsteigen.
  • Linienflieger. Wenn Sie mit Linienfluggesellschaften wie Air France und Lufthansa fliegen, können Sie Ihren Sitzplatz kostenlos telefonisch oder im Reisebüro reservieren. Auf Kurzstrecken in der Regel ab 24 Stunden vor Abflug, bei Langstrecken auch länger im Voraus.

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