Das Amts­gericht Ludwigs­burg hat die Wüstenrot Bausparkasse AG zur Erstattung von Darlehens­gebühren verurteilt. Solche Gebühren seien genau so zu beur­teilen wie Kredit­bearbeitungs­gebühren, begründete das Gericht sein Urteil. Für Kredite stehen Banken Zinsen zu. Unabhängig von der Lauf­zeit ein einmaliges Entgelt zu verlangen, benach­teilige Verbraucher.

Das Urteil ist nicht rechts­kräftig. Wüstenrot halte Darlehens­gebühren wegen der Besonderheiten von Bauspar­verträgen weiterhin für wirk­sam, erklärte ein Sprecher des Unter­nehmens. Setzt sich die Rechts­auffassung des Amts­gerichts Ludwigs­burg durch, steht hundert­tausenden von Bauspar­kunden eine Erstattung ihrer Gebühren zu. Meist lagen sie bei 2 Prozent der Darlehens­summe.

Für Raten­kredite hatte der Bundes­gerichts­hof bereits entschieden: Lauf­zeit­unabhängige Bearbeitungs­gebühren sind rechts­widrig. Bis zu 13 Milliarden Euro müssen Banken und Sparkassen ihren Kunden erstatten. Finanztest bietet im Special Kreditbearbeitungsgebühren ausführ­liche Informationen und Muster­texte für die Erstattungs­forderung.

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