Gebühren beim Fondskauf Test

Börse Frankfurt am Main

Wer Fonds über die Börse kauft, kann sparen. Anleger müssen dann nämlich keinen Ausgabeaufschlag bezahlen. Bei einer Anlage von 10 000 Euro sind das leicht 400 Euro Ersparnis. Um Fonds an der Börse zu kaufen, müssen Anleger nicht einmal ihre Bank wechseln: Die meisten Kreditinstitute bieten diesen Weg an. Doch Kunden müssen nachfragen und dem Bankmitarbeiter einen Auftrag dafür erteilen. Tun sie das nicht, wählen Banken den klassischen Weg - und der ist für die Kunden teurer. Finanztest sagt, wie Anleger auch über ihre Hausbank Fonds an der Börse kaufen können und welche Ersparnis dabei für sie möglich ist.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Fondskauf.

Auftrag an die Bank

Wenn die Bank keinen anderen Auftrag von ihren Kunden erhält, kauft sie die Fonds bei Fondsgesellschaften wie DWS, Union, Fidelity oder Franklin Tempelton. Dann kassiert sie auch den Ausgabeaufschlag. Er beträgt bei Aktienfonds häufig etwa fünf Prozent. Diese Ausgabe können Anleger sparen, wenn sie ihrem Bankberater den Auftrag erteilen, die Fondsanteile direkt an der Börse zu kaufen. Das geht in der Filiale, aber auch telefonisch oder über das Internet. Die Höhe der Ersparnis ist von Bank zu Bank verschieden. Besonders günstig sind Direktbanken. Wer Fonds lieber in der Bankfiliale erwerben möchte, kann bei der Deutschen Bank (mit Depot maxblue) oder der Postbank besonders viel sparen. Es gibt aber auch Kreditinstitute, bei denen Anleger keine Möglichkeit haben, ihre Fondsanteile direkt an der Börse zu kaufen. Die Dresdner Bank etwa lässt das bei hauseigenen Fonds nicht zu. Und die Citibank bietet diese Option generell nicht an.

Mit dem „Spread“ kalkulieren

Beim Kauf über die Börse müssen Anleger zusätzlich zu den Kaufspesen mit dem so genannten Spread kalkulieren. Das ist der Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs. Er beträgt je nach Fonds zwischen 0,2 und 1,5 Prozent der Kosten. Abhängig ist der Spread von der Tageszeit und dem Börsenplatz, an dem der Fonds gekauft wird. Die Wahl der Bank hat dagegen keinen Einfluss auf die Höhe des Spreads. Finanztest hat für elf bekannte Fonds den Spread an acht Handelstagen immer zur Mittagszeit notiert und mit der Preisfeststellung der Fondsgesellschaften zur selben Zeit verglichen. Ergebnis: Die Spreads können zwar an verschiedenen Handelstagen unterschiedlich hoch ausfallen, doch die Unterschiede an einzelnen Börsen sind minimal. Für Anleger ist das bequem. Sie können sich die Börse danach aussuchen, ob sie ihren Wunschfonds auch anbietet. Wer mag, kann natürlich auch Tageszeiten und Briefkurse vergleichen. Doch die Differenz ist hier meist sehr gering.

Beispiel fürs Sparen

Die Stichprobe von Finanztest zeigt auch, wie viel Anleger sparen können, wenn sie ihre Fonds über die Börse kaufen. Beispiel Fidelity European Growth: Dieser Fonds gehört derzeit zu einem der besten Aktienfonds Europa. Sein maßgeblicher Briefkurs lag je nach Börsenplatz und Tag zwischen 5,66 und 6,15 Prozent unter dem Ausgabepreis der Fondsgesellschaft. Auch beim Immobilienfonds SEB Immo Invest lohnt der Kauf über die Börse. In der Stichprobe waren Ersparnisse zwischen 4,6 und 4,9 Prozent drin. Davon abziehen müssen Anleger aber die Kaufspesen. Je höher die Anlagesumme, desto attraktiver wird der Fondskauf über die Börse. Grund: Banken verlangen dabei fast immer eine Mindestgebühr. Mit steigendem Anlagebetrag werden sie daher prozentual günstiger. Bei Misch- und Rentenfonds müssen Anleger aber genauer rechnen. Fondsgesellschaften verlangen hier nur 3 Prozent Ausgabeaufschlag. In der Stichprobe lag der Briefkurs zwischen 1,3 und 2,3 Prozent unter dem Ausgabepreis. Wenn Anleger davon noch die Kaufspesen der Bank abziehen, bringt der Börsenkauf bei diesen Fondsgruppen oft nur wenig Ersparnis.

Fondsanteile richtig verkaufen

Im Gegensatz zum Fondskauf lohnt der Verkauf von Fondsanteilen über die Börse nicht immer. Anleger müssen dabei Bank- und Börsengebühren zahlen. Wenn sie aber ihre Anteile direkt an die Fondsgesellschaft zurückgeben, können sie sparen. Denn viele Banken erledigen die Rückgabe kostenlos. Nachteil: Die Rückgabe an die Fondsgesellschaft dauert meist einige Tage. Anleger wissen also nicht genau, zu welchem Preis dies passiert. Wer in besonders exotischen Märkten investiert und schnell auf Marktentwicklungen reagieren muss, um Verluste zu vermeiden, sollte den Verkauf über die Börse in Erwägung ziehen. Dort ist das Abstoßen von Papieren sofort möglich.

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