Verkäufer von Gebrauchtwagen müssen ihnen bekannte Unfallschäden auch ohne Nachfrage angeben. Bloße Andeutungen reichen einem Urteil des Saarländischen OLG zufolge nicht aus (Az: 4 U 508/98-115). Es muss immer das gesamte Ausmaß der Schäden mitgeteilt werden.

Das Gericht sprach dem Käufer eines Gebrauchtwagens mehr als 30.000 Mark Schadenersatz zu, weil der Verkäufer ihn im Verkaufsgespräch nur auf "Ausbesserungsarbeiten" oder einen "leichten Unfall" hingewiesen hatte. In Wirklichkeit war der Wagen jedoch im Heckbereich erheblich beschädigt. Die Schäden waren von dem Verkäufer auch nicht behoben worden.

Solche Bagatellisierungen hielten die Richter für unzulässig. Es sei voller Schadenersatz zu leisten. Ein Mitverschulden des Käufers wegen Erkennbarkeit der Schäden scheide aus, da der Verkäufer Fehler arglistig verschwiegen habe.

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