Gebrauchtwagenkauf Meldung

Henning O. aus Hannover: Ich habe für 8.000 Mark einen Gebrauchtwagen gekauft. Noch am selben Tag wollte der Händler das Geschäft rückgängig machen. Er habe den Preis versehentlich um 4.000 Mark zu niedrig angesetzt. Darf ich mein Schnäppchen trotzdem behalten?

Finanztest: Sie dürfen, denn in Ihrem Fall ist ein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen. Zwar gilt nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, dass Angebote anfechtbar sind, wenn ein Irrtum vorliegt. Allerdings akzeptiert der Gesetzgeber nicht jeden Irrtum als Anfechtungsgrund: So darf sich niemand auf den so genannten "Berechnungsirrtum" berufen, wenn er sich bei der Preiskalkulation vertan hat.

Wirksam anfechten könnte der Händler sein Angebot, wenn er sich beim Vertragsabschluss nur verschrieben oder sich im Verkaufsgespräch versprochen hätte. Dasselbe würde gelten, wenn er beim Verkaufsgespräch versehentlich von einem anderen Wagen ausgegangen wäre oder geglaubt hätte, das Auto sei wesentlich älter. In solchen Fällen müssten Sie das Auto zurückgeben. Sie bekämen aber die Kosten ersetzt, die durch das Vertrauen auf die Gültigkeit des Geschäfts entstanden sind, etwa weil Sie sich nachweislich ein anderes Schnäppchen entgehen ließen und nun teurer kaufen müssen.

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