Gebrauchtwagen Meldung

„Der Wagen hat folgende Mängel ...“ Nur mit klaren Worten können Händler die Haftung ausschließen.

Auch Gebrauchtwagenkäufer haben bei Mängeln Beweiserleichterungen, wenn sie den Wagen bei einem Händler gekauft haben. Das haben die Amtsgerichte Potsdam (Az. 30 C 122/02) und Marsberg (Az. 1 C 143/02) bestätigt. Rügen Kunden innerhalb eines halben Jahres nach dem Kauf Mängel, muss der Händler dafür geradestehen, wenn er nicht beweisen kann, dass der reklamierte Mangel beim Verkauf noch nicht vorlag oder dass er ihn damals klipp und klar benannt hat. Beim Kauf vom privaten Anbieter kann sich der Käufer aber nicht auf die Beweislastregel berufen.

Händlervereinigungen wie der Opelhändlerverband hatten zunächst behauptet, dass die kundenfreundliche Beweislastregel nur für Neuwagen gelte. Die Amtsrichter dehnten die Regel aber auf den Gebrauchtwagenkauf aus. Ein gewerblicher Verkäufer trägt die Beweislast, wenn das „mit der Art der Sache oder des Mangels“ vereinbar ist. Eine Ausnahme gilt nur, wenn der Mangel üblicher Verschleiß ist.

Im Marsberger Fall war der Wagen jedoch durch Kabelbrand beschädigt worden. Bei Kabeln spiele Verschleiß keine Rolle, so der Richter.

Das Amtsgericht Marsberg stellte auch fest, dass der Verkäufer mit einer Autobeschreibung wie „Bastlerauto“ nicht einfach jede Reklamation ausschließen könne nach dem Motto „Ich habe doch gesagt, dass das Auto nichts taugt“. Schließlich hat der Händler sogar zugesichert, den Wagen durch den Tüv zu bringen. Will er die Haftung ausschließen, muss er die Mängel konkret benennen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 362 Nutzer finden das hilfreich.