Sparsame Benziner und saubere Diesel sind gefragt, andere Autos dagegen sind nur schwer loszuwerden.

Jedes Jahr im Frühling kommt Bewegung in den Autohandel. Einen Neuwagen will oder kann sich aber nicht jeder Kaufinteressent leisten. Die Marken­händler, allen voran die Importeure, klagen jedenfalls anhaltend über die Kaufzurückhaltung bei der privaten Neuwagenkundschaft. Dabei gibt es jetzt mindestens zwei gute Gründe, nach einem neuen Auto Ausschau zu halten. Angesichts steigender Kraftstoffpreise suchen die Besitzer großvolumiger Benziner mit hohen Verbrauchswerten nach spritsparendem Ersatz. Und die Eigner älterer, relativ sparsamer Dieselfahrzeuge müssen sich ein neues Fahrzeug suchen, wenn ihre Autos nicht wenigstens der Abgasklasse Euro 2 entsprechen. Sie dürfen sonst nicht mehr in die Umweltzonen mehrerer deutscher Städte fahren. Große Benziner und alte Diesel lassen sich also auf dem inländischen Gebrauchtwagen­markt nur noch schwer absetzen.

Viele Dieselfahrzeuge können jedoch mit einem Rußpartikelfilter ausgerüstet werden und schaffen dadurch die Einstufung in eine der besseren Abgasklassen, für die eine rote, gelbe oder gar grüne Feinstaubplakette erteilt wird. Das erhöht die Verkaufschance und den Restwert des Fahrzeugs. Ob der Käufer aber die wertsteigernde Umrüstung durch einen höheren Preis honoriert, ist fraglich. Dieselrußpartikelfilter kosten zwischen 500 und 700 Euro. Ist das Auto älter als fünf Jahre und weist es eine Laufleistung von mehr als 80 000 Kilometer auf, sollte gleich ein Austauschsystem installiert werden, das im gemeinsamen Gehäuse neben dem Rußfilter auch einen neuen Katalysator enthält. Einschließlich Einbau kann das rund 1 000 Euro kosten.

Noch teurer ist der Einbau einer Autogasanlage in einen Benziner. Sie senkt zwar die Kraftstoffrechnung, kostet aber bis zu 3 000 Euro. Hier stellt sich noch mehr die Frage, ob der Käufer bereit ist, diesen Mehrpreis zu bezahlen. Billiger zu haben, aber auch nicht immer von Nutzen ist eine professionelle Fahrzeugaufbereitung. Hier gilt: Ein älteres, wenig gefragtes Modell mit hoher Laufleistung, vielen Vorbesitzern oder technischen Mängeln lässt sich nicht allein dadurch besser verkaufen, dass Lack und Innenraum perfekt aufpoliert wurden.

Verdacht bei gereinigtem Motorraum

Im Gegenteil: Steht ein älteres Fahrzeug mit porentief gereinigtem Motorraum zum Verkauf, liegt der Verdacht nahe, dass hier auch Spuren von Undichtigkeiten am ­Motor beseitigt wurden. Gegen eine gründ­liche Scheibenreini­gung und Außenwäsche, gegen sauber ausgesaugte Innen- und Kofferräume ist freilich nichts einzuwenden. Sind bei dem Altauto die Hauptuntersuchung und die Abgasuntersuchung in Kürze fällig, lohnt es sich auf jeden Fall, es vor dem Verkauf bei einer Prüfstelle vorzuführen und dann mit frischen Plaketten zu annoncieren.

Unsere Analyse für Sie

Wichtig ist, den aktuellen Marktwert des Altfahrzeugs vor dem Verkauf richtig einzuschätzen. Wir berechnen den Restwert Ihres Autos für Sie. Tragen Sie dazu alle preisbildenden Faktoren in den nebenstehenden Kupon ein. Auf Basis dieser Daten ermitteln wir den Ankaufpreis und den Verkaufspreis von Autohändlern. Diese Preise sind eine zuverlässige Richtgröße für Ihre Forderung. Wenn das Auto an einen privaten Erwerber verkauft wird, ist mit einem Erlös zwischen den beiden ermittelten Werten zu rechnen.

Inzahlungnahme lohnt nicht immer

Die Chancen, das Altauto beim Neuwagenkauf zum errechneten Händlereinkaufspreis in Zahlung zu geben, stehen unterschiedlich gut. An Autos der Preisklasse von 3 000 Euro und weniger sind Händler wegen der Gewährleistungsverpflichtung, die sie dem Erwerber dieses Fahrzeugs zusichern müssen, kaum interessiert. Solche Autos sollte der Altbesitzer besser privat verkaufen.

Manche Händler nehmen beim Neuwagenverkauf zwar selbst „Schrottautos“ zum Festpreis entgegen, rechnen ihn aber auf den sonst üblichen Rabatt an. Auf diese Art werden oft auch Neuwagen vermarktet, deren Wertverlustprognose nicht so gut ist. Dann ist bereits beim Erwerb des Neuwagens abzusehen, dass der Wiederverkauf nicht einfach sein wird.

Beim Neukauf auf Wertverlust achten

In jeder Fahrzeugkategorie gibt es große Unterschiede beim Wertverlust. Während viele Fahrzeuge kaum noch die Hälfte des Neupreises erzielen, können die wertstabilsten Typen nach drei Jahren noch über 70 Prozent bringen. Obwohl als Neufahrzeug deutlich teurer, verlieren sie im gleichen Zeitraum einige Tausend Euro weniger an Wert. Der Wertverlust nach drei Jahren – in Prozent vom Neupreis – ist bei den Oberklasselimousinen am größten. Bessere Restwerte bieten nach gleicher Zeitdauer die Roadster und SUVs.

Ein hoher Wertverlust kann sich für Gebrauchtwagenkäufer aber auch auszahlen. Sie machen ein Schnäppchen, wenn sie ein drei Jahre altes Fahrzeug mit einem hohen Wertverlust günstig erwerben und dann möglichst lange behalten.

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