Gebrauchtwagen Meldung

Der Verband deutscher Opelhändler will von den Rechten der Gebrauchtwagenkäufer nichts wissen. Dabei regelt das neue Kaufrecht klar: Geht die Ware im ersten halben Jahr nach dem Kauf kaputt, ist der Händler dran. Er muss für Schäden haften. Natürlich kann das beim Gebrauchtwagenkauf nicht für typische Verschleißerscheinungen oder Mängel gelten, die im Vertrag klar bezeichnet wurden. Ansonsten steht jetzt aber fest: Der Händler muss beweisen, dass der Wagen bei Übergabe in Ordnung war. Nach altem Kaufrecht galt das Gegenteil. Die Kunden mussten belegen, dass sie nichts kaputt gemacht hatten.

Der Opelhändlerverein behauptet in einem Rundschreiben an seine 800 Mitglieder jedoch: "Eine solche (...) Beweislastumkehr zulasten der Händler (­) besteht ­ im Gegensatz zum Neufahrzeug ­ nicht."

Mit dieser Auffassung stehen die Händler allein. So vermutet der Verkehrsrechtler Dr. Kurt Reinking (Deutscher Anwaltverein), dass sich die Verkäufer nur aus der Verantwortung stehlen wollen. "In den neuen Vorschriften und deren Entstehungsgeschichte gibt es keinen Hinweis darauf, dass Gebrauchtwagengeschäfte generell von der verbraucherfreundlichen Regel ausgenommen sind."

Dass es für Gebrauchtwagengeschäfte keine grundsätzliche Ausnahme gibt, meint auch Andrea Boehnke vom Bundesjustizministerium: "Zunächst gilt auch hier die Beweislastumkehr zugunsten der Käufer. Die Behauptung, es sei bei Gebrauchtwagen generell an- ders, ist falsch."

Finanztest rät, Gebrauchtwagenverträge nicht nur beim Opelhändler genau zu prüfen und im Mängelstreit nicht sofort klein beizugeben. Denn Haftungsbegrenzende Klauseln ("gekauft wie besehen") gelten nur noch bei Geschäften unter Privatleuten.

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