Gebraucht­wagen Kulanz ersetzt nicht die Werks­garantie

Steht im Kauf­vertrag eines Gebraucht­wagens, dass die Werks­garantie noch läuft, muss das stimmen. Die Garantie kann erlöschen, wenn eine der vorgeschriebenen Wartungen nicht gemacht wurde. Das erlebte ein Käufer, der beim Händler ein Auto mit nur 114 Kilo­meter Lauf­leistung erworben hatte. Nachdem er gut 11 000 Kilo­meter gefahren war, stellte er fest, dass der Wagen keine Werks­garantie mehr hatte, da die erste Inspektion fehlte. Der Händler argumentierte, eine Wartung sei zwar nach spätestens einem Jahr oder 30 000 Kilo­metern fällig gewesen. Aber bei nur 114 Kilo­metern hätte sie tech­nisch keinen Sinn gemacht. Außerdem werde der Hersteller sämtliche Garan­tieleistungen auf Kulanz über­nehmen.

Damit kam er nicht durch. Eine freiwil­lige Kulanz ist nicht dasselbe wie der Rechts­anspruch auf Garantie, erklärte das Ober­landes­gericht Zweibrü­cken (Az. 1 U 186/16). Der Käufer durfte das Auto zurück­geben und sein Geld zurück­verlangen. Allerdings muss er für die gefahrenen Kilo­meter eine Nutzungs­entschädigung von 855 Euro zahlen.

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