Gebrauchtwagen Meldung

Gebrauchtwagenhändler müssen zwei Jahre lang für Mängel haften. Doch die schwarzen Schafe unter ihnen finden Tricks, dieser Pflicht zu entgehen.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs macht es Gebrauchtwagenhändlern leichter, sich vor der Haftung für Mängel zu drücken. Das können sie, wenn sie nicht selbst als Verkäufer auftreten, sondern nur als Vermittler für ein Geschäft zwischen zwei Privatleuten.

Wenn der Händler nur als Vermittler für einen privaten Autobesitzer auftritt, muss er dies nicht bereits bei der Präsentation des Fahrzeugs sagen, hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az. VIII ZR 175/04). Es reicht, wenn der Händler den Voreigentümer bei Vertragsschluss als Verkäufer ins Vertragsformular einträgt.

Der Vorteil für den Händler liegt in den Regeln des Kaufrechts: Private Verkäufer dürfen die Mängelgewährleistung ausschließen. Ist der Händler selbst Verkäufer, geht das nicht.

Vor dieser Praxis warnt ­Finanztest seit Jahren.

Tipp: Achten Sie genau ­darauf, wer als Verkäufer im ­Vertrag steht. Ist es der Voreigentümer, wird er die Mängelgewährleistung im Vertrag ausgeschlossen haben und Sie haben weniger Rechte. Gibt es Streit, müssen Sie sich mit ihm und nicht mit dem Händler auseinander setzen.

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