Wer sich für ein neues Auto interessiert, will meist erst sein altes loswerden. Unser Computerservice hilft, den aktuellen Marktwert des Autos zu ermitteln.

Die Preisfrage beim Verkauf eines Gebrauchtwagens ist zwiespältig: Je höher der Erlös, desto weniger muss man für den Neuwagen drauflegen. Bietet man das Altauto jedoch zu teuer an, will es womöglich niemand kaufen. Deshalb ist es wichtig, den aktuellen Marktwert des Gebrauchtwagens zu kennen. Er ist eine gute Orientierung für die Preisforderung, wenn das Auto privaten Interessenten angeboten werden soll.

Tipp: Wir berechnen für Sie den Marktwert. Tragen Sie dazu alle preisbildenden Faktoren wie Baujahr, Kilometerleistung und Sonderausstattung in den Kupon ein.

Der Händler zahlt weniger

Wird das Auto einem Händler verkauft oder dort in Zahlung gegeben, ist der Erlös meist niedriger als beim Verkauf an Private. Schließlich will der Händler etwas verdienen, und er muss dem neuen Besitzer beim Wiederverkauf die gesetzliche Gewährleistung einräumen. Das führt dazu, dass ältere Gebrauchte mit einem geringen Restwert oft gar nicht mehr angenommen werden. Eine Ausnahme bilden jedoch die zeitweise für verschiedene Automarken angebotenen Ankaufaktionen, die den Neuwagenabsatz ankurbeln sollen. Da wird beim Kauf eines bestimmten Neuwagens das Altauto zum Festbetrag angekauft. Ist das neue ein großes, relativ teures Auslaufmodell, gibt es die höchste Prämie, die nicht selten den Marktwert des Altautos übersteigt. Für den Händler rechnet sich das trotzdem, denn mit dem Ankauf des Altwagens ist der sonst übliche Rabatt auf den Neuwagen meist abgegolten. Steht der Wunsch nach einem neuen sparsamen Kleinwagen, an dem der Händler naturgemäß weniger verdient, fällt das Ankaufgebot für den Alten entsprechend geringer aus. Wer sein Altauto privat verkauft hat und beim Neuwagenkauf als Barzahler auftritt, kann mit ein wenig Geschick einen zweistelligen Prozentbetrag als Nachlass aushandeln.

Ob und für wie viel man ein gebrauchtes Auto los wird, hängt von der Marke, dem Modell, dem Alter und der Ausstattung ab. Angesichts steigender Kraftstoffkosten wächst die Nachfrage nach sparsamen Kleinwagen mit guter Sicherheits- und Komfortausstattung. Dieselautos sollten wenigstens mit einem Rußpartikelfilter nachge­rüstet werden können, um vom drohenden Fahrverbot in den Umweltzonen nicht betroffen zu sein und eine günstigere Besteuerung zu erreichen. Geht das nicht, ist das Interesse an den alten Selbstzündern gering.

Ausgebeult und aufpoliert

Entscheidend für den Verkaufserfolg ist auch der Erhaltungszustand des Autos. Eine gründliche Innen- und Außenreini­gung sowie eine frische Lackpolitur verbessern die Chancen auf jeden Fall. Diese Arbeiten übernehmen auch professionelle Wagenpfleger, falls man nicht selbst zu Schwamm und Lappen greifen will. Am blitzsauberen Auto wird allerdings schnell sichtbar, welche Blessuren es im jahrelangen Betrieb abbekommen hat. Jeder Kratzer, jede kleine Delle wird der potenzielle Interessent zum willkommenen Anlass nehmen, den Preis zu drücken.

Ob es sich für den Verkäufer lohnt, Bagatellschäden vor dem Verkauf reparieren zu lassen, hängt von den Kosten ab. Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und einige Angebote eingeholt. Unser Testwagen hatte typische Schäden, wie eine Delle am hinteren Radlauf, einen Lackkratzer an der Stoßstangenecke und einen kleinen Steinschlag in der Frontscheibe.

Hundert oder dreihundert Euro

Das Ausbeulen, Spachteln und Schleifen der Delle sowie die anschließende Lackierung sollten in einer freien Werkstatt etwa 300 Euro kosten, wovon allein 150 Euro auf die Lackierung entfielen. In der Filiale einer Werkstattkette fanden wir ein „Smart repair“-Angebot. Dabei sollte die Beule vorsichtig herausgedrückt werden. Da das Blech einen leichten Knick aufwies, sollte die Stelle anschließend dennoch geschliffen und lackiert werden. Kostenpunkt: 150 Euro – immerhin nur halb so viel wie in der ersten Werkstatt.

Ein noch günstigeres Angebot kam überraschend aus der Vertragswerkstatt. Nach eingehender Begutachtung wurde dort vorgeschlagen, die Beule herauszu­drücken ohne nachzu­lackieren. Der Kratzer im Stoßfänger sollte auspoliert werden. Und das Ganze zum Festpreis von 100 Euro. Allerdings konnte das Ergebnis der Bemühungen nicht ganz überzeugen. Zwar war der Kratzer verschwunden, die her­ausgedrückte Delle jedoch je nach Blickwinkel und Lichteinfall noch erkennbar. Aufgrund der geringen Größe des Steinschlags in der Frontscheibe schlug der Meister vor, sie weder reparieren noch ersetzen zu lassen.

Generell ist die Glasreparatur für kleine Schadstellen eine kostengünstige Alternative zum Austausch der Frontscheibe, die einige Hundert Euro kostet. Weil der teure Scheibenwechsel vermieden wird, zahlt die Teilkaskoversicherung die Reparatur sogar ohne Selbstbehalt. Allerdings besteht beim Wechsel das Risiko, dass die Scheibe durch den hohen Druck während der Reparatur zerspringt und dann doch noch der teure Ersatz fällig wird. Außerdem darf nicht repariert werden, wenn sich der Steinschlag im direkten Sichtfeld des Fahrers befindet.

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