Drei Schritte beim Auto­kauf

Gebraucht­wagen Special

1. Besichtigung

Macken. Vor dem Kauf ist es sinn­voll, sich über die Schwächen des Wunsch­modells zu informieren. So können Käufer gezielt auf diese Stellen achten. Im Internet stehen unter Adac.de Infoblätter zu über 60 Typen. Eine Daten­bank zeigt Preise gebrauchter Pkw.

Check­listen. Praktisch sind Check­listen fürs Besichtigen. Es gibt sie im Internet, etwa bei Mobile.de oder beim ADAC. Sie ersetzen keinen Fachmann, aber Ramsch kann damit auch ein Laie erkennen. Die Besichtigung sollte bei Tag sein, um den Lack besser sehen zu können. Ein Käufer sollte nach Folgendem fragen:

Zulassungs­bescheinigungen. Der Teil I hieß früher Kfz-Schein, der Teil II hieß Kfz-Brief.

Inspektions­heft. Hier sind die bisherigen Wartungen mit Kilo­meter­stand und Datum einge­tragen. Käufer sollten prüfen, ob Zeit­abstände und Kilo­meter­stände realistisch sind.

Belege. Wichtig sind auch Werk­statt­rechnungen für eventuelle Reparaturen, ebenso der Beleg für die letzte Abgas­unter­suchung. Hinzu kommen auch Tüv-Berichte, Bedienungs­anleitung sowie ­alle Schlüssel.

2. Probefahrt

Zwei. Es ist ratsam, zu zweit zur Probefahrt zu gehen – am besten mit jemandem, der sich mit Autos auskennt. Selbst dann besteht das Risiko, ein aufgehübschtes, aber tech­nisch marodes Modell zu erwischen. Sicherer ist es, wenn eine Werk­statt das Auto prüft.
Händler. Beim Händler dürfen Kunden davon ausgehen, dass das Auto voll­kasko­versichert ist. Viele Händler verlangen zusätzlich eine Vereinbarung, falls ein Unfall passiert. Darin wird oft eine hohe Selbst­beteiligung fest­gelegt.
Privat. Beim Kauf von privat zahlt die Kfz-Haft­pflicht­versicherung die Schäden, die anderen entstehen, wenn der Probefahrer einen Unfall verursacht. Ist der Wagen voll­kasko­versichert, muss der Probefahrer die Selbst­beteiligung tragen. Zudem verschlechtert sich der Schadenfrei­heits­rabatt des Halters. Auch das muss der Probefahrer ersetzen.
Tipps: Besorgen Sie sich vor der Probefahrt einen Termin in einer Werk­statt. Sagen Sie dem Verkäufer, dass der Motor nicht schon warm gefahren sein soll. Schließ­lich wollen Sie sehen, dass er auch kalt anspringt und rund­läuft. Checken Sie das Auto vorher auf Kratzer, damit man die nicht später Ihnen anlastet.

3. Kauf­vertrag

Formulare. Muster-Kauf­verträge stehen im Internet, zum Beispiel beim ADAC. In den Vertrag sollte man die Ausweis­daten des Verkäufers eintragen, außerdem Datum und Uhrzeit. Damit wird klar, ab wann der neue Besitzer haftet, zum Beispiel für Falsch­parken.
Bezahlung. Die meisten Verkäufer verlangen Bargeld. Um jedes Transport­risiko bei einer so großen Geldsumme zu vermeiden, erledigt man das am besten gemein­sam in der Bank. Nicht vergessen: Der Verkäufer sollte eine Quittung für die Bezahlung der Kauf­summe ausstellen.
Versicherung. Die bisherige Versicherung geht auf den Käufer über. Er kann sie inner­halb eines Monats kündigen oder den Vertrag auto­matisch enden lassen, indem er beim Ummelden eine Bestätigung seiner eigenen Versicherung vorlegt.
Tipp: Kümmern Sie sich schon vor dem Kauf um eine Teil- oder Voll­kasko­versicherung, wenn Sie es wünschen und das gewählte Auto keine hat. Mithilfe der Analyse Autoversicherung finden Sie den für Sie passenden Tarif. Wichtig: Die elektronische Versicherungs­bestätigung (eVB) des neuen Versicherers sollte neben Haft­pflicht­schutz die gewünschte Voll­kasko umfassen.

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