Gebrauchtwagen Meldung

Wo 60.000 draufsteht, könnten in Wahrheit schon über 100.000 drin sein ­ aber das ist kein Grund zur Freude, denn nach unten manipulierte Kilometerstände bei Gebrauchtfahrzeugen sind ein betrügerischer Akt. Nicht immer, aber immer öfter müssen arglose Gebrauchtwagenkäufer mit frisierten Angeboten rechnen.

Und längst werden für den Dreh am Kilometerzähler ganz ungeniert Inserate in Zeitschriften geschaltet, mit eindeutigen Angeboten. Tausende Gebrauchtwagenkäufer lassen sich so einen besseren Zustand vortäuschen und bezahlen einen überhöhten Kaufpreis.

Mit einigen Plausibilitätskontrollen kann man Betrügern aber auf die Schliche kommen:

- Manipulationen am Kilometerzähler erkennen Sie am besten, wenn Sie den angeblichen Kilometerstand mit der Angabe auf dem letzten Prüfgutachten zur Hauptuntersuchung beim Tüv oder einer anderen Prüfstelle vergleichen. Ist die Stelle verwischt, oder fehlt der Beleg, ist Misstrauen geboten. Erfolgte die Manipulation allerdings vor dem letzten Untersuchungstermin, hat man Pech gehabt.

- Aufschlussreich kann auch ein Blick ins Serviceheft sein ­ soweit vorhanden. Reißen die Eintragungen ab, kann das (muss aber nicht) ein Indiz für "Nachbesserungen" am Tacho sein.

- Lassen Sie sich Reparaturrechnungen zeigen und werfen Sie dabei einen Blick auf die verzeichneten Kilometerstände.

- Machen Sie sich Ihren eigenen Reim auf Plausibilitätslücken: So dürfte ein Fahrzeug aus dritter Hand, das zuerst auf eine Mietwagenfirma zugelassen war, schwerlich auf eine durchschnittliche Kilometerleistung von nur 10.000 pro Jahr kommen.

- Seit Anfang des Jahres sind Verbraucher übrigens gegen grobe Folgen aus betrügerischen Manipulationen besser geschützt als vorher. Seither gelten auch für Gebrauchtwagen einjährige, gesetzlich verbriefte Gewährleistungsfristen: So lange hat der Verkäufer (gilt nicht für privat an privat!) für Mängel gerade zu stehen. Abnutzung und Verschleiß dürfen nicht über das hinausgehen, was bei einem Autotyp angesichts von Alter und Laufleistung normalerweise üblich ist. In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf des Gebrauchten ist nicht der Käufer beweispflichtig, sondern der Verkäufer muss nachweisen, dass der Mangel bei Vertragsabschluss noch nicht vorlag.

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