Teures Versehen

Sieben mal versehentlich gedrückt. 2,14 Euro bezahlt.

Der Blick auf den Einzelverbindungsnachweis gibt Handynutzern manchmal Rätsel auf. Da finden sich jeden Monat mal 20 Cent, aber auch schon mal 10 Euro, die mit „Internetverbindung“, „WAP-Zugang“ oder „GPRS-Verbindung“ ausgewiesen sind. Doch die überraschten Kunden sind sich sicher, dass sie zwar telefoniert haben, aber nie mit ihrem Handy im Internet unterwegs waren. Denken sie zumindest.

Ins Internet gedrückt

Wer darauf achtet, bekommt irgendwann heraus, dass er des öfteren versehentlich auf seine Internetportal-Taste gedrückt hat. Das passiert häufig, weil bei vielen Handys die Branding-Taste beim Navigieren durchs Menü mit „Zurück“ oder „Beenden“ belegt ist. Drückt der Nutzer die Taste einmal zuviel, startet er den Internet-Zugang. Solche speziell präparierten Tasten haben T-Mobile, Vodafone, E-Plus oder O2 auf ihren gebrandeten Handys. Die Knöpfe bringen den Kunden direkt ins Internet, wo er im Portal des jeweiligen Mobilfunkbetreibers Infos zu Wetter, Fußball und Politik abrufen kann. Sobald Handynutzer die Verbindung durch den Tastendruck aufbauen, tickt der Gebührenzähler.

Den Weg verbauen

Dass Kunden einige Euro für Internetverbindungen auf ihrer Rechnung haben, obwohl sie nie surfen wollten, ist kein Einzelfall. Die Mobilfunkbetreiber bieten immer häufiger gebrandete Handys an. Zum einen können sie dadurch werbewirksam ihr Label aufs Handy setzen. Zum anderen verdienen die Betreiber mit dem Internetportal, weil die Kunden gezwungen sind, genau diesen Internetzugang zu nutzen. Und wie das Beispiel zeigt, gehen viele Handybesitzer ins Internet, ohne dass sie das bemerken. Vermeiden lässt sich dies nur, indem Kunden diese Taste anders belegen. Und zwar so, dass bei einem versehentlichen Drücken keine Verbindung aufgebaut wird und somit keine Kosten entstehen.

Fragen Sie Ihren Betreiber

test.de hat das Debranden für verschiedene Modelle und verschiedene WAP-Portale mit unterschiedlichen Methoden ausprobiert. Schon beim Umprogrammieren des Motorola E550, dem Nachfolger des V300, scheiterte das Verfahren. Das bedeutet: Die Methode unterscheidet sich von Handy zu Handy. Meist reicht ein weiterer Zwischenschritt, um etwa das Umprogrammieren dem Modell anzupassen. Wenn Sie ihr Gerät debranden möchten und Probleme haben, wenden Sie sich an Ihren Mobilfunkbetreiber.

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