Gaspreise Meldung

Bundesweit haben sich über 200 000 Verbraucher gegen zu große Preissteigerungen für Gas gewehrt.

Gaskunden haben bei Preiserhöhungen einen Anspruch darauf, dass der Versorger seine Preiskalkulation offen legt. Bis er das tut, kann der Kunde den alten Preis zahlen. Das Amtsgericht Heilbronn hat diese Auffassung der Verbraucherzentralen mit einem Beschluss (Az. 15 C 4394/04) gegen die Heilbronner Versorgungs GmbH (HVG) bestätigt.

Das Unternehmen muss binnen drei Wochen beweisen, dass seine Preiserhöhung gerechtfertig war. Das will die HVG tun, erfuhr Finanztest auf Anfrage. Sie will nachweisen, dass die Preissteigerung nicht die vom Vorlieferanten verlangten höheren Preise übersteigt.

Der Beschluss der Heilbronner Richter gibt den bundesweit über 200 000 Verbrauchern Rückenwind, die sich bisher gegen extreme Gaspreissteigerungen von teilweise über 15 Prozent wehren und nur Preissteigerungen von 2 Prozent akzeptieren. Gaskonzerne, die solche Verbraucher verklagen, laufen nun ­Gefahr, wie der Heilbronner Versorger vom Gericht zu mehr Offenheit gezwungen zu werden.

Tipp: Wenn Sie die Preiserhöhung Ihres Versorgers für zu hoch halten, teilen Sie ihm das schriftlich mit. ­Nutzen Sie dafür die von den Ver­braucherzentralen und dem Bund der Energieverbraucher angebotenen Mus­terbriefe, zum Beispiel unter www.energiepreise-runter.de. An Ihrer Zahlung können Sie so lange festhalten, bis ein Gericht entschieden hat, ob die Preiserhöhung gerechtfertigt ist.

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