Gaslieferanten Meldung

Ab dem ersten Januar 2002 dürfen auch Privatkunden ihren Gaslieferanten frei wählen ­ so steht es zumindest in einer Verbändeveinbarung der Gaswirtschaft. Finanztest sprach mit Martin Steinestel, Energieexperte von der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen.

Finanztest:

Was verändert sich?

Steinestel:

Vermutlich nicht sehr viel. Die Gaswirtschaft hat sich mit den Bedingungen, wie ein Anbieterwechsel für Privatkunden funktionieren soll, viel Zeit gelassen. Ich rechne für Wechselwillige zunächst mit Verzögerungen.

Finanztest:

Dann hat der Verbraucher also nichts von der neuen Regelung?

Steinestel:

Doch. Einige Versorgungsunternehmen haben bereits ihre Vertragsstruktur verändert. Sie bieten jetzt auch neue Verträge mit einem Fixpreis pro Kilowattstunde bei einer Laufzeit von einem Jahr an. Wer also wissen möchte, welche Kosten genau auf ihn zukommen, kann auch diese Vertragsart bei seinem bisherigen Versorger wählen. Man sollte sich aber nicht länger als zwölf Monaten an einen Anbieter binden. Ansonsten vergibt man sich die Chance, von späteren Preissenkungen zu profitieren.

Finanztest:

Was raten Sie dem Verbraucher?

Steinestel:

Lesen Sie bei einem neuen Vertrag genau das Kleingedruckte. Klären Sie außerdem die Durchleitungsmöglichkeit und den definitiven Kündigungs- und Liefertermin mit Ihrem neuen Anbieter ab. Bei Verträgen ohne festgeschriebene Laufzeit sollte die Kündigungsfrist nicht länger als drei Monate betragen. Beim Preisvergleich sollten Sie auch beim örtlichen Versorger nach neuen Tarifangeboten fragen.

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