Gasheizkessel Test

Moderne Gasheizkessel. Kein separater Aufstellraum und bequeme Wartung sind Pluspunkte.

Die Gaspreise steigen munter weiter. Doch moderne Brennwertkessel helfen, die Gaskosten zu drücken.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Gasheizkessel

Anfang Februar durften die Gaskunden noch hoffen. Die Zeitungen waren guten Mutes und jubelten: Bundeskartellamt stößt den Wettbewerb an, Gaspreise sinken wahrscheinlich. Mehrere große Gasversorger kündigten an, den Kunden ab April die freie Wahl des Lieferanten zu gestatten. Viele geschröpfte Verbraucher sahen die Chance, dem Preisdiktat des alten Gasanbieters zu entfliehen und zu einem billigeren zu wechseln. Immerhin erhöhten sich die Gaspreise von 2005 auf 2006 zwischen 18 und 25 Prozent. Preisunterschiede zwischen einzelnen Lieferanten: bis zu 25 Prozent.

Schon im April machte sich Ernüchterung breit. „Der Gasmarkt öffnet sich nur auf dem Papier und weitere Preiserhöhungen sind angekündigt“, beklagte die Verbraucherzentrale Bayern bitter. Damit überhaupt Konkurrenzdruck entstehen könne, müssten erst neue Gasanbieter auf den Markt drängen und auch einen fairen Zugang zum Gasnetz erhalten. Beides steht noch aus. Frühestens im Herbst soll das möglich sein.

Bis dahin wird sich der Zahlungsprotest der privaten Gasabnehmer gegen die Explosion der Preise ausweiten. Der Bund der Energieverbraucher, der den Widerstand unterstützt, prophezeit seinen Mitgliedern: „Die Preise steigen ebenso atemberaubend schnell und unbegründet wie die Gewinne der Versorger.“ Bundesweit hätten eine halbe Million Gaskunden den Preissteigerungen widersprochen. Sie zahlten weiterhin nur den alten Preis.

Effektiv heizen

Gasheizkessel Test

Plastikscharniere an einigen Bauteilen wirken auf den ersten Blick wenig haltbar und stabil.

Aber auch wer nicht den Aufstand probt, kann seine Gaskosten drücken. Er sollte sich ebenfalls verweigern – seinem alten Heizkessel gegenüber. Denn der verschwendet Gas. Endlich moderne, effiziente Heiztechnik in den Keller – und der Gasverbrauch für die Hausheizung sinkt. Die Gasrechnung sieht bald freundlicher aus, wenn die Brennstoffpreise stabil bleiben. Sparsamer als jeder Standardkessel, Baujahr 1994 und älter, sind zum Beispiel die getesteten elf Gas-Brennwertkessel. Die neuen haben gleich etliche Vorteile im Vergleich zu einem Oldtimer-Kessel:

  • Sie vergeuden weniger Wärme im Aufstellraum, denn sie sind besser gedämmt.
  • Sie werden mit niedrigerer und gleitender Heizwassertemperatur betrieben.
  • Sie senken den Stromverbrauch je nach Ausstattung durch neue Pumpentechnik.
  • Sie nutzen zusätzlich die Kondensationswärme im Wasserdampf, der sonst ungenutzt mit den „trockenen“ Abgasen durch den Schornstein entweicht.
  • Ihre Regelung mit Abschalt- und Absenkzeiten ist abhängig von der Außentemperatur und lässt sich auf die Wünsche der Bewohner abstimmen.
  • Ihre Gebläsebrenner arbeiten modulierend: Die Gasflamme ist unterschiedlich stark und passt sich automatisch dem jeweiligen Wärmebedarf im Gebäude an.

Alle Maßnahmen zusammen reduzieren die Wärmeverluste der Heizanlage kräftig. Nach dem Kesseltausch wird weniger Gas verbraucht, ohne die Temperatur in den Räumen drosseln zu müssen. Die Strickjacke bleibt im Schrank.

Wenn mit einem Dreh am Thermostatventil außerdem noch die Temperatur im Raum je nach Bedarf reguliert wird, wächst die Energieersparnis weiter. So sind in einem Haus aus den 60er Jahren mit einem Heizkessel von Anfang der 80er Jahre 30 Prozent Gas- und Heizkostener­sparnis drin.

Doch vor dem Geldsparen kommt das Geldausgeben. Zwischen 4 000 (Remeha) und 5 020 Euro (Brötje) kosten die geprüften Gasbrennwertkessel, komplett mit Speicher und Regelung. Das sind Listenpreise der Hersteller. Je nach Kalkulation des Heizungsinstallateurs liegen die tatsächlichen Marktpreise meist 5 bis 20 Prozent darunter. Preisvergleiche lohnen.

Endlich handeln

Gasheizkessel Test

Stets warmes Wasser von der Heizzentrale.

Weitere Kosten entstehen durch die Montage und die Anpassung des Schornsteins an den veränderten Heizbetrieb. Das Kondenswasser, das sich im Schornstein durch die niedrigeren Abgastemperaturen bildet, muss abfließen können. Feuchteunempfindliche Abgassysteme sind bei Brennwertkesseln Pflicht.

Moderne Heizkessel, wie die getesteten, können praktisch in jedem Raum eines Hauses aufgestellt werden. Wichti­ge Voraussetzung: raumluftunabhängiger Betrieb. Bei dieser Betriebsweise wird die Verbrennungsluft direkt von außen und nicht aus dem Raum zugeführt. Zum Beispiel durch ein Rohr-in-Rohr-System aus Kunststoff, das in den Schornstein passt. Im inneren Kernrohr werden die Abgase nach außen geleitet, im äußeren Mantelrohr wird die Verbrennungsluft von außen angesaugt. Der dichte und geschlossene Strömungsweg vom und zum Heizkessel dämpft die Betriebsgeräusche hörbar – ein wichtiger Aspekt, wenn der Aufstellraum noch anderweitig genutzt wird.

Noch länger auf sinkende Gaspreise zu warten, reicht nicht. Es ist höchste Zeit, den alten Heizkessel in den Ruhestand zu schicken und mit einer neuen, Energie sparenden Heizanlage die Gasrechnung in den Griff zu bekommen. Günstige Darlehen der KfW-Förderbank helfen dabei. Infos zu den Förderprogrammen: www.kfw-foerderbank.de oder Telefon 0 180 1/ 33 55 77, bundesweit zum Ortstarif.

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