Gartennut­zung Meldung

Rasen. Sind Mieter für den Garten zuständig, müssen sie auch mähen.

Miets­häuser mit Garten sind begehrt. Doch nicht selten kommt es zwischen Vermieter und Mieter zum Streit über Nutzung und Pflege. Was ist im mitgemieteten Garten erlaubt? Und wie müssen Mieter ihn pflegen? test.de erklärt, welche Rechte und Pflichten Mieter haben.

Still­schweigend Nutzungs­recht erworben

Wer in ein Einfamilien­haus zieht, hat den Garten am Haus grund­sätzlich mitgemietet. Bewohnern eines Mehr­familien­hauses kommt er zugute, wenn es im Miet­vertrag vereinbart ist. Steht dort nichts, nutzen die Mieter den Garten aber jahre­lang, ohne dass der Eigentümer dem wider­spricht, haben sie damit womöglich still­schweigend ein Nutzungs­recht erworben (Amts­gericht Gießen, Az. 48 C 2699/92).

Eigene Spielgeräte aufstellen

Dürfen die Hausbe­wohner in den Garten, haben sie viel Freiraum. Kinder können dort spielen und Freunde mitbringen. Auch Gartenmöbel oder ein Sand­kasten darf aufgestellt werden. Zieht der Besitzer aus, hat er die Dinge abzu­bauen. In der Regel darf auch gegrillt und gefeiert werden. Ist die Gartennut­zung erlaubt, dürfen Mieter Blumen pflanzen. Wer kleine Bäume oder Sträucher setzen möchte, spricht das besser vorher mit dem Hausherrn ab. Sträucher und Bäume zu entfernen, die zuvor vom Vermieter gepflanzt wurden, ist ohne Erlaubnis nicht gestattet.

Grund­sätzlich ist der Vermieter für die Garten­pflege zuständig

Wenn im Vertrag nichts anderes steht, ist der Vermieter für alle Arbeiten im Garten zuständig. Nicht selten aber wollen die Bewohner das über­nehmen und treffen mit dem Vermieter eine Regelung. Steht im Vertrag ein allgemeiner Satz wie „Der Mieter über­nimmt die Garten­pflege“, hat er nur einfache Arbeiten zu erledigen. Das sind Tätig­keiten, die sich ohne große Kosten und Fachkennt­nisse bewerk­stel­ligen lassen, wie Rasenmähen, Unkrautjäten und Laub­beseitigen (Ober­landes­gericht Düssel­dorf, Az. 10 U 70/04). Hat der Vermieter den Garten eines Mehr­familien­hauses nur einem Bewohner zugesprochen, etwa dem im Erdgeschoss, ist nur dieser zur Garten­arbeit verpflichtet.

Umfang­reichere Arbeiten können teuer werden

Umfang­reichere Arbeiten wie das Vertikutieren und Düngen des Rasens oder das Fällen eines Baumes sind dann Aufgabe des Vermieters. Im Einzel­fall kann der Mieter auch zu umfang­reicheren Arbeiten verpflichtet sein – dann, wenn er es mit dem Vermieter ausdrück­lich so ausgehandelt hat. Aber Vorsicht: Das Fällen eines Baumes oder die Reparatur eines defekten Gartenzauns können teuer werden.

Mieter darf den Garten nicht verwildern lassen

Der Haus­eigentümer kann dem Mieter nicht im Detail vorschreiben, wie oft er den Rasen mähen und das Laub harken muss. Der Nutzer darf den Garten aber nicht verwildern lassen. Kommt es doch dazu, kann der Vermieter ihm die Garten­pflege wieder entziehen und eine Firma damit betrauen. Die Ausgaben haben in der Regel die Mieter als Betriebs­kosten zu tragen.

Wer muss sich um den Rasenmäher kümmern?

Ist die Garten­pflege Mietersache und stellt der Eigentümer Geräte wie einen Rasenmäher nicht zur Verfügung, müssen die Bewohner sich diese Dinge auf eigene Kosten besorgen und sie auch instand halten. Bietet der Vermieter seine Gartengeräte an, gehen die Reparaturen dennoch auf Kosten der Bewohner. Es sei denn die Parteien haben ausdrück­lich vereinbart, dass der Vermieter sich kümmert.

Kosten für Gartenbaufirma dürfen umge­legt werden

Mitunter dürfen Mieter den Garten zwar nutzen, aber der Haus­eigentümer lässt den Grün­bereich von einer Gartenbaufirma bewirt­schaften. Diese Kosten darf er auf die Bewohner umlegen, wenn das so im Miet­vertrag vereinbart ist. Die Mieter tragen die Pflege­kosten sogar dann, wenn der Vermieter die Gartennut­zung verboten hat, so der Bundes­gerichts­hof (Az. VIII ZR 135/03).

Dieser Artikel ist hilfreich. 27 Nutzer finden das hilfreich.