Gartenlaub Meldung

Jeden Herbst müllen Bäume den Boden zu: Sie lassen ihre Blätter einfach dort fallen, wo sie stehen. Wochenlang kehren, fegen oder saugen Gärtner und Straßenfeger immer wieder die abgefallenen Blätter auf, um sie dann zu entsorgen. Dabei kann Laub nützlich sein: zum Beispiel als Überwinterungsquartier für Igel. Es kann allerdings auch Schädlinge beherbergen: In Blättern von Kastanien versteckt sich häufig die Miniermotte - der Feind aller Kastanien.

Kampf der Motte

Berlin hat der Kastanienminiermotte den Kampf angesagt. Auf großflächigen Plakaten und im Internet fordert die Senatsverwaltung die Bürger auf: „Motten stoppen - Laub sammeln“. Die Schädlingspuppen überwintern im Kastanienlaub, schlüpfen im nächsten Frühjahr und die Larven befallen dann wieder die Blätter der Rosskastanien. Die werden dadurch vorzeitig braun, vertrocknen vollständig und fallen ab. Die Kastanie reagiert darauf, indem sie im Herbst noch einmal austreibt und blüht. Kommt dann der Nachtfrost, erleiden die Bäume Dauerschäden: Sie werden schwach und anfällig für Krankheiten. Berlin und Brandenburg sind nicht die einzigen Länder, die mit dieser Plage zu kämpfen haben. In ganz Deutschland gefährden die Motten den Kastanienbestand.

Frieden den Nützlingen

Doch im Garten entsteht das meiste Laub nicht durch Kastanien, sondern durch andere Bäume. Und unter diesem Laub überwintern vor allen Dingen Fliegen, Käfer, Spinnen und Igel. Sie schädigen weder Bäume noch Boden, sondern helfen etwa Schädlinge zu bekämpfen. Gerade im Garten ist es sinnvoll, das Laub nicht komplett zu entfernen: In Staudenbeeten und unter Sträuchern, Büschen und Hecken sollten die Blätter liegen bleiben. Ein Nutzen: Schwebfliegen verstecken sich unter Laub und im Boden, um sich vor Wind und Regen zu schützen. Die Larven der Schwebfliege fressen Blattläuse. Auch der Laufkäfer braucht zum Überwintern eine Laubschicht. Er lebt von Blattläusen, Würmern und Schnecken. Für Igel legen Gärtner am besten größere Laubhaufen an. Abgeschnittene Zweige können als seitliche Begrenzung dafür sorgen, dass das Igelheim nicht wegweht.

Krank und laubfrei

Das Laub schützt nicht nur Nützlinge vor Wind und Regen, sondern auch die Wurzeln der Pflanzen vor Frost. Ebenso fühlen sich Regenwürmer wohl in Erde, die von Laub bedeckt ist. Denn sie fressen die Blätter. Doch Vorsicht: Kranke Rosenstöcke, die von Sternruß oder Mehltau befallen sind, erholen sich besser ohne Laub.

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